OsttirolerInnen mit 69,7% für die Wehrpflicht
Bei der Bundesheer-Volksbefragung am 20. Jänner sprachen sich die OsttirolerInnen deutlich für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht und gegen ein Berufsheer aus.
In der Gemeinde Innervillgraten war der Anteil der Wehrpflicht-Befürworter mit 82,91% am höchsten, knapp gefolgt von Hopfgarten i. Def., wo sich 80,62% für die Beibehaltung des bisherigen Systems mit allgemeiner Wehrpflicht und Zivildienst aussprachen. Für ein Berufsheer und die Einführung eines bezahlten freiwilligen Sozialjahres haben sich eher die Wahlberechtigten in den Städten und den Ballungszentren ausgesprochen, wenn man das gesamte Bundesgebiet betrachtet – nicht so im Bezirk Osttirol. Hier lag mit 38,67% die Oberländer Gemeinde Heinfels bei den Berufsheer-Befürwortern an erster Stelle, knapp gefolgt von Tristach mit 38,28%. Erst an dritter Stelle folgt die Bezirkshauptstadt Lienz mit 37,89%.
Das Befragungsergebnis pro Wehrpflicht und Zivildienst fällt somit im Bezirk mit 69,69% klarer aus als im gesamten Bundesland Tirol, wo 62,79% für das bestehende System votierten. Die Wahlbeteiligung von 45,26% ist in Osttirol höher als im gesamten Bundesland. In Tirol gaben 44,96% der Wahlberechtigten bei der ersten bundesweiten Volksbefragung ihre Stimme ab. Auffallend ist, dass in Tirol die Wahlbeteiligung deutlich unter dem Österreich-Schnitt von 49% lag.
Die Osttiroler BezirkspolitikerInnen zeigten sich in ersten Reaktionen vom Abstimmungsergebnis erfreut. „Die klare Entscheidung pro Wehrpflicht zeigt die enge Verbundenheit der Osttirolerinnen und Osttiroler mit dem Bundesheer. Aber auch mit der Beibehaltung des bestehenden Systems sind Reformen schnell und effizient umzusetzen. Im Bezirk müssen wir alle Kräfte bündeln, um Lienz als Kasernenstandort zu erhalten“, so die Lienzer Bürgmeisterin und Landtagsabgeordnete DI Elisabeth Blanik (SPÖ). In eine ähnliche Kerbe schlägt der Sillianer Bürgermeister und ÖVP-Bezirksparteiobmann Erwin Schiffmann: „Das Ergebnis zeigt klar, dass die Menschen im Bezirk die Wehrpflicht als Katastrophenschutz und den Zivilidienst als wichtige Einrichtungen schätzen. Das Ergebnis ist ein klares Signal an die Bundesregierung für Reformen im derzeitigen System.“
Mag. Gerald Hauser, Bürgermeister von St. Jakob i. Def. und FPÖ-Landesparteiobmann, fordert, dass den Grundwehr- und Zivildienern Bildungsinhalte wie Staatsbürgerkunde näher gebracht werden. „Es darf nicht zugewartet werden, denn vor allem Linksparteien würden einen Reformaufschub für wehr- und zivildienstfeindliche Kampagnen nutzen. Schulungen im Bereich des Katastrophenschutzes sollen verpflichtend sein, denn profunde Kenntnisse in diesem Bereich sind lebenslang nützlich“, sagte Hauser in einer ersten Reaktion.
Alle Gemeindeergebnisse der Volksbefragung auf der Landes-Homepage http://wahlen.tirol.gv.at/volksbefragung_am_20_1_2013
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Brunner Images