Osttiroler ÖVP mit Wahl rundum zufrieden
Erwin Schiffmann, Martin Mayerl und DI Hermann Kuenz analysierten die geschlagene Landtagswahl und gaben einen Ausblick auf die Erneuerung in der Osttiroler ÖVP.Durchwegs zufriedene Gesichter sah man beim Pressegespräch, zu dem die Bezirks-ÖVP am Donnerstag, 2. Mai, in das Parteibüro in der Lienzer Muchargasse lud. „Nach der Landtagswahl gibt es für mich nicht Gewinner und Verlierer, sondern nur einen Gewinner – die Volkspartei“, so Bezirksparteiobmann Bgm. Erwin Schiffmann. Mit einem vorläufigen Endergebnis von 49,53% habe die Bezirks-ÖVP trotz der Listenvielfalt sogar um 0,75% zulegen können. „Mit dem Vorzugsstimmen-Wahlkampf haben Martin Mayerl und Andreas Köll viel für die ÖVP bewegen können. Lienz war hinter Landeck für die Volkspartei der zweitbeste Bezirk bei dieser Landtagswahl“, betonte Schiffmann.
Einziger Wehrmutstropfen sei die auf einen Tiefststand gesunkene Wahlbeteiligung, nachdenklich stimmt den Bezirksparteiobmann aber auch die Überalterung bei den ÖVP-Wählern. „In Osttirol konnte die Jungbauernschaft/Landjugend aber gut mobilisieren, sodass es auch bei den Jungwählern für die ÖVP gar nicht so schlecht ausschaut“, so Schiffmann.
Martin Mayerl: „Wir werden die Aufbruchsstimmung für die ÖVP im Bezirk nutzen, unabhängig davon, ob ich Obmann werde oder nicht.“
Zufrieden zeigte sich auch Bezirksbauernbund-Obmann Martin Mayerl, der bei den Vorzugsstimmen Spitzenkandidat Bgm. Dr. Andreas Köll überholen konnte und nun in den Landtag einzieht. „Dass ich mit meinen 5 570 Vorzugsstimmen rund 45% aller Osttiroler ÖVP-Wähler ansprechen konnte, zeigt, dass ich nicht nur bei den Bauern, in Dölsach und in den ländlichen Gebieten gepunktet habe, sondern bei der gesamten Bevölkerung“, analysierte Mayerl. 437 WählerInnen haben etwa in der Stadt Lienz Martin Mayerl ihre Stimme gegeben.
„Ich glaube, es war für den Wähler nicht entscheidend, ob ich Bauer oder Dölsacher bin. Entscheidend war der Wunsch nach Veränderung und Erneuerung“, so Mayerl. Er wolle gemeinsam mit Hermann Kuenz, der als Achtgereihter der ÖVP-Landesliste mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls Landtagsabgeordneter wird, den Beweis antreten, dass man nicht nur Klientelpolitik für die Bauern mache.
Zu denken gibt ihm das Wahlergebnis in der Stadt Lienz. Die ÖVP hat bei der Landtagswahl in der Bezirkshauptstadt nur mehr 28,58% der Stimmen erreicht und wurde klar von der SPÖ (30,42%) überholt. „Hier sind wir alle gefordert, gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort zu versuchen, die ÖVP wieder zu stabilisieren“, so Mayerl.
DI Hermann Kuenz: „Wir Osttiroler lieferten der ÖVP bei den Landtagswahlen deutlich mehr Stimmen als etwa die Stadt Innsbruck, obwohl es dort viel mehr Wahlberechtigte gibt.“
„Es ist relativ wahrscheinlich, dass ich nach der konstituierenden Sitzung, die um den 25. Mai stattfindet, in den Tiroler Landtag einziehe“, so Hermann Kuenz. Auch bei ihm sei die Befürchtung da gewesen, dass die ÖVP bei der Wahl abstürzt. „Die achte Stelle auf der Landesliste war für mich ein Kampfmandat, und ich habe dafür gekämpft“, betonte Kuenz.
Erwin Schiffmann hatte bereits am Wahlabend erklärt, dass er seine Funktion als Bezirksparteiobmann zur Verfügung stellen wird. „Ich habe schon vor der Wahl angekündigt, dass ich den Parteivorsitz noch im heurigen Jahr in jüngere Hände lege. Bei der nächsten Bezirksparteivorstandssitzung werden wir eine geordnete Übergabe besprechen“, erklärte dazu Schiffmann. Im heurigen Herbst soll es in Osttirol einen neuen ÖVP-Bezirksparteiobmann geben. „Wer das sein wird, weiß ich noch nicht. Martin Mayerl hat jedenfalls durch sein großartiges Wahlergebnis einen Riesenbonus“, so Bgm. Erwin Schiffmann abschließend.
Text und Fotos: Raimund Mühlburger

