Osttirol: Startschuss für Universitätsstudium

Vertreter von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und des Bezirkes trafen sich am 5.12. in der BH Lienz. Ab Herbst 2016 soll Lienz Standort eines Bachelorstudiums sein.

Dass ein Universitätsstudium auch außerhalb von Innsbruck Anklang finden kann, konnte die neue Universitätsstadt Landeck mit dem Start des Bachelorstudiums für Wirtschaft, Gesundheits- und Sporttourismus im Herbst 2014 unter Beweis stellen. Durch den Erfolg und Zuspruch in Landeck bestärkt, will die Tiroler Landesregierung nun auch in Osttirol ein Hochschulstudium anbieten. Die klare Zielsetzung lautet: „hochqualifizierte Arbeitskräfte aus der Region für die Region.“

Mit dem Studium vor Ort wolle man die Abwanderung vieler kluger Köpfe verhindern und die regionale Wirtschaft im Bezirk Lienz stärken, so Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg, der am Freitag, 5.12.2014, zu einem Startgespräch in die BH Lienz lud. „Lienz wird ab Herbst 2016 Standort eines Bachelorstudiums, um Osttirol in die Karte des Campus Tirol, der miteinander vernetzten Tiroler Hochschullandschaft, aufzunehmen“, so Tilg.

Dabei werde auf die bereits in Landeck bewährte Zusammenarbeit zwischen der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFUI) und der Privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) gesetzt. Das Zulassungs- und Akkreditierungsverfahren für die sechssemestrige Ausbildung beginne bereits nächstes Jahr, damit das Studium in Lienz wie geplant zum Wintersemester 2016 starten könne. Jetzt gehe es in einem ersten Schritt darum, mit Vertretern der Region die Ausrichtung des Studiums zu diskutieren, um den Nutzen für Osttirol zu maximieren.

„Campus Tirol bedeutet neben einer stärkeren Kooperation zwischen den Hochschulen auch ein Bekenntnis zu dislozierten Angeboten in den Regionen“, so der Rektor der Universität Innsbruck, Tilmann Märk. „Ein Studium vor Ort erreicht neue Zielgruppen, für die eine universitäre Ausbildung ansonsten vielleicht nicht möglich wäre. Wir wollen damit auch Hemmschwellen senken und dem Vorurteil entgegentreten, dass Universität etwas Fernes oder Abstraktes ist. Gemeinsam können wir für die Region und den Wissenschaftsstandort Tirol viel bewegen.“

Neben Rektor Märk nahmen Durst-Chef Richard Piock, HTL-Direktor Peter Girstmair, LA Hermann Kuenz, WK-Bezirksstellenleiter Reinhard Lobenwein sowie Harald Niedrist, HELLA-Fertigungsleiter in Abfaltersbach, an dem Treffen teil.

Text: J. Hilgartner, Foto: Land Tirol/Ragger

06. Dezember 2014 um