Opposition will weiter für Direktzug kämpfen
Enttäuscht kehrten die Landtagsabgeordneten Blanik, Hauser und Schett von der Landtagssitzung aus Innsbruck heim – der „Korridorzug“ sei demontiert worden. Gemeinsam traten die Osttiroler Landtagsabgeordneten Bgm. DI Elisabeth Blanik (SPÖ), Bgm. Mag. Gerald Hauser (FPÖ) und Josef Schett (vorwärts Tirol) am Freitag, 28. Juni 2013, bei einer Pressekonferenz auf, um über den Landtag vom 26. und 27. Juni zu berichten. Vor allem von der Demontage des Direktzuges zwischen Lienz und Innsbruck zeigten sich die drei Abgeordneten der Opposition im Tiroler Landtag enttäuscht. In einem Dringlichkeitsantrag wollten sie die Landesregierung auffordern, den kürzlich bekannt gewordenen VVT-Gesellschafterbeschluss, wonach der Korridorzug zwischen Lienz und Innsbruck eingestellt werden soll, zu widerrufen und ein Bekenntnis zur Bahnverbindung zwischen Lienz und Innsbruck abzulegen. Der Dringlichkeitsantrag fand im Landtag keine Zustimmung.
Elisabeth Blanik: „Die Einstellung des Direktzuges sehe ich ganz klar als einen Verkauf an Südtirol.“
Die Abgeordneten der Grünen hatten einen Abänderungsantrag eingebracht, den die ÖVP unterstützte. Ein Bekenntnis zum Direktzug zwischen der Bezirks- und der Landeshauptstadt wird auch in diesem Antrag abgelegt. Sonst ist im Grünen-Antrag von einer „Führung von Direktzügen zwischen Lienz und Innsbruck zu vertretbaren Konditionen – insbesondere Finanzierbarkeit und schnelle Realisierbarkeit“ die Rede. „Diese Definition ist uns viel zu schwammig, und letztendlich haben die beiden Regierungsparteien unseren Dringlichkeitsantrag wegen des Begriffs ‚Korridorzug‘ scheitern lassen“, bemängelte Hauser. Am Mittwoch habe LH-Stv. Mag. Ingrid Felipe (Grüne) noch zugesichert, dass über den Sommer mit dem Südtiroler Mobilitäts-Landesrat Dr. Thomas Widmann verhandelt werde, am Donnerstag sei man während der Diskussion davon plötzlich abgewichen. „Für die ÖBB und den VVT ist damit der Direktzug zwischen der Bezirks- und der Landeshauptstadt definitiv erledigt. Landesrat Widmann kann das nur Recht sein, weil er den neuen Bahnhof in Vierschach um 3,5 Mio. Euro bedienen will“, meint Blanik.
Gemeinsam mit der Liste Fritz wollen die drei oppositionellen Osttiroler Landtagsabgeordneten im August direkt mit dem Südtiroler Landesrat Dr. Thomas Widmann verhandeln.
Von einer „Verhöhnung“ der Osttiroler Bevölkerung sprach Josef Schett. „Der Bezirk hat eine Sonderstellung verdient, was die verkehrstechnische Anbindung an Nordtirol betrifft. Die OsttirolerInnen müssen nicht nur zur Arbeit oder zum Studium nach Innsbruck, sondern oft auch aus medizinischen Gründen oder zu Behördenterminen“, so Schett. Laut Elisabeth Blanik zahle das Land Tirol derzeit für eine direkte Bahnverbindung 2,5 Mio. Euro, der „Stundentakt“, wie ihn die Südtiroler wollen, werde die Tirolerinnen und Tiroler geschätzte 3,4 Mio. Euro kosten. „Wir geben sicher nicht auf und werden weiter für unseren Korridorzug kämpfen. Dazu werden wir von den Oppositionsparteien – SPÖ, FPÖ, vorwärts Tirol, Liste Fritz – mit dem Südtiroler Landesrat Thomas Widmann – direkt verhandeln. Zwei Termine im August sind dafür schon anvisiert“, sagte Elisabeth Blanik abschließend.
Text und Fotos: Raimund Mühlburger

