ÖVP: „Wohnbauförderung soll am Land höher sein!“
Die Tiroler Volkspartei will im ländlichen Raum höhere Wohnbauförderungs-Sätze als in der Stadt durchsetzen und in Zukunft auch die Sanierung alter Bausubstanz vorantreiben.
Die Tiroler Landesregierung gibt jährlich zwischen 250 und 260 Mio. Euro für den Wohnbau aus. In der nächsten Legislaturperiode ist geplant, rund 11 500 neue Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von 1,25 Mrd. Euro in Tirol zu bauen. Über Maßnahmen zum leistbaren Wohnen in Tirol informierten am Dienstag, 26. Feber 2013, ÖVP-Bezirksparteiobmann Erwin Schiffmann und LA Bgm. Dr. Andreas Köll. „Die Reduzierung der Zinsen, die Verbesserung der Rückzahlungskonditionen und die Erhöhung der Fördersätze für verdichtete Bauweise waren wirksame Maßnahmen bei den Wohnbauförderungs-Richtlinien in der letzten Legislaturperiode“, berichtete Schiffmann. Eine höhere Wohnbeihilfe und die einkommensunabhängige Sanierungsoffensive 2013/2014 könnten zusätzlich wesentlich zur Entlastung von Wohnungswerbern bzw. Mietern beitragen.
Andreas Köll sprach die unterschiedlichen Rahmenbedingungen im ländlichen Raum und in den Ballungszentren an. „Im ländlichen Raum wie in Osttirol wird die gleich hohe Wohnbauförderung gewährt wie etwa in Innsbruck, obwohl die Baukosten unverhältnismäßig höher sind. Wir sollten gemeinsam mit den gemeinnützigen Wohnbauträgern versuchen, diese Mehrkosten im ländlichen Raum durch höhere Wohnbauförderungs-Sätze auszugleichen“, schlug Köll vor. Besonders in Osttirol als jenem Tiroler Bezirk, der von Abwanderung besonders stark betroffen ist, sei es eine große Herausforderung, die Entstehung reiner Siedlungsgemeinden zu vermeiden und die Arbeitsplätze wieder zu den Menschen zu bringen.
Eine immer stärkere Entsiedelung der Ortskerne mit vielen leer stehenden alten Gebäuden beobachtet Erwin Schiffmann nicht nur in seiner Heimatgemeinde Sillian. „Es darf in Zukunft nicht mehr nur darum gehen, ständig neue Wohnungen zu bauen, sondern wir müssen uns überlegen, wie wir die alte Bausubstanz und die vielen leer stehenden Gebäude wieder mit Leben erfüllen können“, so Schiffmann. Er sieht in verbesserten Wohnhaussanierungs-Förderungen und in der einkommensunabhängigen Sanierungsoffensive 2013/2014 erste Maßnahmen in diese Richtung. In diesem Zusammenhang müssten die Planungsverbände verstärkt zusammenarbeiten. „In der Gemeinde Innervillgraten wurden beispielsweise in einem alten, leer stehenden Objekt durch Umbau und Sanierung neue Wohnungen geschaffen“, nannte der Sillianer Bürgermeister abschließend ein Beispiel, bei der alte Bausubstanz erfolgreich mit neuem Leben erfüllt werden konnte.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: L. Sulzenbacher