ÖVP und SPÖ gewinnen in Osttirol dazu

Die ÖVP erreicht in Osttirol bei der Landtagswahl am 28. April 2013 50,19%, die SPÖ wird mit 14,32% zweitstärkste Partei, die FPÖ mit 11,24% drittstärkste.Die Landtagswahl in Tirol ist geschlagen. Die ÖVP verliert im gesamten Bundesland nur leicht, in Osttirol gewinnt sie sogar dazu. Sie erreicht im Bezirk Lienz 50,19%, das ist ein Zugewinn von 1,41% gegenüber der Landtagswahl von 2008. Die SPÖ erreicht 14,32%, ein Zugewinn von 1,68% gegenüber 2008, an dritter Stelle ist die FPÖ mit 11,24% (-3,19%). Die Grünen kommen auf 7,36% (-1,46%), die neue Gruppierung „vorwärts Tirol“ erreicht in Osttirol 7,5% der Stimmen.

Bei den Vorzugsstimmen der ÖVP konnte Bauernbund-Kandidat Martin Mayerl den Spitzenkandidaten Bgm. Dr. Andreas Köll (ÖAAB) überholen und zieht damit in den Landtag ein. Mayerl erreichte 5 311 Vorzugsstimmen in Osttirol, Köll 3 481 Stimmen. Bezirks-Geschäftsführer Charly Kashofer sagte am Montagmorgen: „Bezirksobmann Erwin Schiffmann ist zum Landesparteivorstand nach Innsbruck gefahren. Er hat sein Amt zur Verfügung gestellt, ist aber nicht zurückgetreten. Wir werden uns in den nächsten Tagen in einer Bezirksparteivorstandssitzung darüber unterhalten, wie es mit der Führung der ÖVP im Bezirk weitergeht.“

Im gesamten Bundesland Tirol erreicht die ÖVP 39,56% und verliert damit gegenüber 2008 nur 0,94%. Zweiter wird die SPÖ mit 13,84%, den dritten Platz erreichen die Grünen mit 12,14%. Die FPÖ kommt auf 9,61% und vorwärts Tirol auf 9,3%. Die Liste Fritz erreicht 5,64% der Stimmen und das Team Grugiser 4,84%.

Hier die aktuellen Ergebnisse von der Homepage des Landes Tirol

Tirol Gesamtergebnis 2013 – Osttirol-Ergebnis 2013

Hier die Einzel-Ergebnisse aller Gemeinden in Osttirol: AbfaltersbachAinetAmlachAnrasAsslingAußervillgratenDölsachGaimbergHeinfelsHopfgarten i.Def.InnervillgratenIselsberg-StronachKals a. Gr.KartitschLavantLeisachLienzMatrei i.O.NikolsdorfNußdorf-Debant – OberlienzObertilliachPrägraten a.Gr.SchlaitenSillianSt. Jakob i.Def.St. Johann i.W.St. Veit i.Def.Strassen – ThurnTristachUntertilliachVirgen

 

Martin Mayerl: „Sowohl landesweit als auch in Osttirol ein sehr erfreuliches Ergebnis für die ÖVP. Der intensive Vorzugsstimmen-Wahlkampf hat sicher zu den Zugewinnen im Bezirk Lienz beigetragen. Das sensationelle Vorzugsstimmen-Ergebnis für mich nehme ich mit viel Demut zur Kenntnis. Wir dürfen nicht überheblich werden, und die ÖVP muss in Osttirol wieder zu einer ehrlichen, transparenten Politik zurückfinden.“

 

Bgm. DI Elisabeth Blanik: „Wir haben in der Stadt Lienz erstmal die ÖVP überholt. Auch im Bezirk haben wir mehr dazu gewonnen als die ÖVP. Das macht mich sehr glücklich. Mit meinem Team habe ich trotz sparsamen Wahlkampfs viel erreicht. Ein weinendes Auge habe ich beim Landesergebnis der SPÖ. Grund für die Verluste dürfte wohl gewesen sein, dass das Team mit Reheis und Pupp ziemlich frisch war. Es wird für die Tiroler SPÖ aber Motivation sein, noch intensiver an der Umsetzung unserer Themen zu arbeiten, denn nach der Wahl ist vor der Wahl.“

 

Bgm. Mag. Gerald Hauser: „Die FPÖ konnte in Tirol die Mandate halten, das ist kein schlechtes Ergebnis. Natürlich haben wir uns mehr erwartet; wir haben einen engagierten Wahlkampf vor allem mit Sozialthemen geführt. In Osttirol haben wir auch kein schlechtes Ergebnis erzielt. Der Bezirk Lienz war für die FPÖ der drittstärkste Tirols. Dass wir in meiner Heimatgemeinde St. Jakob über 30% erreichen konnten, ist natürlich sehr erfreulich.“

 

Ing. Thomas Haidenberger: „Das Ergebnis zeigt, dass wir Grünen in Osttirol konstant auf dem Weg sind. Auch unter Berücksichtigung der vielen antretenden Gruppen schaut es so aus, dass wir nur wenig verloren haben. Zur Koalitionsfrage: Ich habe immer schon gesagt, dass bei uns der Gestaltungswille vorhanden ist. Aber eine Koalition mit der ÖVP gibt es natürlich nur dann, wenn die grünen Themen in einem Regierungsprogramm entsprechend vertreten sind.“

 

Josef Schett: „Wir sind als jüngste Gruppierung angetreten und am 11. Jänner 2013 bei Null gestartet, hatten keine Strukturen und mussten uns teilweise erst kennen lernen. Vor diesem Hintergrund können wir mit dem Ergebnis in Tirol und auch in Osttirol durchaus zufrieden sein. Nun geht es darum, dass wir unsere in einem ausführlichen Programm ausgearbeiteten Themen stark einbringen können. Mit neuen Osttiroler Abgeordneten im Landtag kann ich sicher gut zusammen arbeiten. Wenn wir nicht in der Regierung sind, müssen wir uns von der Oppositionsbank aus Verbündete suchen, um unsere Themen umzusetzen.“

Philipp Brunner war für uns am Wahlsonntag mit der Kamera unterwegs.

Text: Raimund Mühlburger, Foto: Land Tirol/Lores, R. Mühlburger, Brunner Images, Die Grünen, Journal/L. Sulzenbacher

28. April 2013 um