Oberländer Bäche werden um 7 Mio. Euro verbaut
Der Villgratenbach und der Winkeltalbach in Außervillgraten, Heinfels und Sillian werden so verbaut, dass eine Hochwasserkatastrophe bestmöglich ausgeschlossen werden kann.
„Wie wichtig Bauten zum Schutz vor Naturkatastrophen im alpinen Raum sind, wurde beim Murenunglück in Virgen deutlich. Den dortigen Verbauungen ist es zu verdanken, dass die Beschädigungen im Ortsbereich nicht noch gravierender waren“, betonte der Tiroler Sicherheitsreferent, LH-Stv. ÖR Anton Steixner bei einem Lokalaugenschein in den Oberländer Gemeinden Heinfels, Außervillgraten und Sillian. Im Jahre 2010 wurden Maßnahmen zum Hochwasserschutz am Winkeltalbach und Villgratenbach gestartet, die Gesamtkosten belaufen sich auf sieben Millionen Euro. Im hochwassergefährdeten Ortszentrum von Außervillgraten konnten bereits drei der vier Bauabschnitte umgesetzt werden. Dabei wurde die Villgratental Landesstraße über einen längeren Abschnitt angehoben und eine Uferschutzmauer und drei Brücken neu errichtet. Bis Fertigstellung 2013 wird durch Baumaßnahmen an den Flussufern der Hochwasserschutz am Ortseingang gewährleistet und zusätzlich zwei Brücken erneuert und angehoben.
In den Gemeinden Heinfels und Sillian wurde heuer ein gemeindeübergreifendes Projekt für den Hochwasserschutz gestartet, das sich von der Mündung des Villgratenbaches in die Drau flussabwärts bis in den Schluchtbereich erstreckt. Am Ausgang der Schlucht wird eine Geschiebesperre errichtet, die zusätzlich dem Rückhalt von Wildholz dient. Dafür muss die Villgratentalstraße über die Geschiebesperre gehoben werden. Geplant sind im Unterlauf des Villgratenbaches außerdem Maßnahmen zur Verhinderung von Verklausungen und Brückendurchlässe. Die Fertigstellung der Arbeiten für den ersten Bauabschnitt, der sich von der Einmündung des Villgratenbaches in die Drau bis zur Firma EGO erstreckt, ist für das Jahr 2015 geplant, der zweite Abschnitt bis zur geplanten Geschiebesperre soll 2018 abgeschlossen sein. „Ein Restrisiko wird es immer geben. Ziel ist es aber, dass ein hundertjähriges Hochwasser schadlos abgeleitet werden kann“, sagte Anton Steixner beim Lokalaugenschein bei der Panzendorfer Brücke.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Land Tirol