NR-Wahl: Grüne thematisierten in Lienz Hochwasser-, Wald- und Bodenschutz
Bei der NR-Wahl vor fünf Jahren wurden die Grünen in Osttirol mit 11,14 % der Stimmen drittstärkste Kraft. Dieses Ergebnis will die Partei am 29. September mit Spitzenkandidatin Cordula Ettmayer-Kreiner zumindest halten.
Im Zuge ihrer Wahlkampftour durch Tirols Bezirke luden die Grünen am Freitag, 20. September, in Lienz zu einem Medientermin. Gemeinsam mit der Lienzer Gemeinderätin Gerlinde Kieberl, der Osttiroler Spitzenkandidatin Cordula Ettmayer-Kreiner und Matthias Schroll (Bezirkssprecher Kitzbühel) stellte Landessprecher und Clubobmann LA Gebi Mair die Themen und Ziele für die Nationalratswahl am 29. September vor.
„Die jüngste Hochwasserkatastrophe in Ostösterreich hat uns vor Augen geführt, wie wichtig politische Maßnahmen zum Klimaschutz sind. Ausschlaggebend ist, was im Vorfeld passiert. Wichtig sind Maßnahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung, aber auch der Wald- und Bodenschutz“, so Gebi Mair einleitend.
Cordula Ettmayer-Kreiner ist Spitzenkandidatin für den Bezirk Lienz. „Ich bin im Landesforstdienst tätig und betreibe mit meinem Mann einen landwirtschaftlichen Bio-Betrieb in Untertilliach im Nebenerwerb. Als Forstwirtin ist mir der Wald ein besonderes Herzensanliegen. Im Forstdienst wurde auch im Bezirk Lienz einiges versäumt. In Osttirol gibt es nach den Unwetterereignissen und dem Borkenkäfer mehr als 5.000 Hektar Kahlfläche, wo früher Wald war. Bei einem Starkregenereignis muss damit ein Abfluss von zusätzlich rund 250.000 Kubikmeter Wasser bewältigt werden. Laut Waldtypisierung wird das Angebot an verschiedenen Baumarten nicht ausgeschöpft. Ergebnis einer Anfragebeantwortung war, dass wieder 50 Prozent Fichte und der Rest Mischwald, wie z.B. Lärche, angepflanzt wird – also flächig in etwa die gleiche Zusammensetzung wie früher“, erklärte die Forstwirtin.
Gebi Mair bemängelte, dass die Koalitionsparteien ÖVP und SPÖ einem Antrag der Grünen zur Ausweisung von landwirtschaftlichen Vorsorgeflächen für den Bodenschutz nicht zugestimmt hätten. „Wir wollten durchsetzen, dass Grundstücke nur dann aus dem Bestand an landwirtschaftlichen Vorrangflächen herausgenommen werden können, wenn eine zumindest gleich große Fläche neu als Vorsorgefläche geschaffen wird. Die Hagelversicherung findet das als sehr gute Idee. Sie empfiehlt sogar, dass bei der Herausnahme von landwirtschaftlichen Vorrangflächen die doppelte qualitative Agrarfläche neu in die Widmung aufgenommen wird“, erklärte der Landessprecher.
Die Lienzer Gemeinderätin Gerlinde Kieberl verwies auf einige „grüne Erfolge“ der letzten Zeit in Osttirol – insbesondere in Lienz. „Die Aufenthaltsqualität für Fußgänger und auch Radfahrer in Lienz konnte mit Maßnahmen wesentlich verbessert werden. Das zeigt auch der VCÖ-Mobilitätspreis für die 10-Minuten-Stadt. Wichtig für den Wasserabfluss ist auch, diffusionsoffene Oberflächen zu schaffen. Erste Bäume nach dem Schwammstadtprinzip wurden gepflanzt. Am Egger-Lienz-Platz werden durch eine Ringleitung die Bäume mit Dachwasser bewässert. Dadurch wird auch das Kanalsystem entlastet“, informierte die Gemeinderätin.
Bei der Nationalratswahl 2019 erreichten die Grünen in Osttirol 11,14 Prozent und wurden damit drittstärkste Kraft hinter ÖVP und FPÖ. „Ziel ist es, dieses Ergebnis zu halten“, erklärte Cordula Ettmayer-Kreiner. Und auf die Frage, wie wahrscheinlich es sei, dass die Grünen nach der Nationalratswahl wieder Teil einer Bundesregierung sind, meinte Gebi Mair. „Wir Grünen haben in den letzten fünf Jahren auch auf Bundesebene gezeigt, dass wir es können. Wir wollen auch in der nächsten Bundesregierung auf alle Fälle wieder mitgestalten!“
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute/Mühlburger