Neues Mobilitätszentrum auf Schiene gebracht

Die Lienzer Bürgermeisterin informierte am 22.12. über ein 25-Millionen-Projekt, das den privaten und öffentlichen Verkehr rund um den Bahnhof revolutionieren soll.

In einer Pressekonferenz am Montagvormittag berichtete Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, flankiert von Stadtmarketing-Leiter Oskar Januschke, über die Details des wichtigsten Infrastrukturprojektes in der Osttiroler Bezirkshauptstadt in den nächsten Jahren. Nach zweijährigen Verhandlungen mit ÖBB, Land Tirol und VVT konnte am Freitag, 19.12., eine Einigung per Handschlag über die Realisierung des „Mobilitätszentrums“ im Bereich des Lienzer Bahnhofes erzielt werden. Anfang 2015 soll die Planungsvereinbarung unterzeichnet und bis Ende 2015 die Ausschreibung abgewickelt werden. Der Startschuss für die Bauarbeiten ist für Anfang 2016 vorgesehen.

Die Ausgangssituation, also der Status quo am Bahnhof in Lienz, stellt sich wie folgt dar: Hinsichtlich der gesetzlich vorgeschriebenen Barrierefreiheit besteht ein großer Investitionsrückstand. Außerdem liegen im Bahnhofsbereich große Flächen brach, die Potential nicht nur für eine Immobiliennutzung, sondern auch für eine integrierte strategische Entwicklung des Areals im Kontext mit einem weit umfassenden Verkehrskonzept bieten. In den Sommermonaten haben sich hier, im Zusammenhang mit dem Radtourismus aus Italien, schon seit längerem markante Kapazitäts- und Sicherheitsprobleme herauskristallisiert, die nun – ebenso wie die unbefriedigende Situation am Busterminal und Bahnhofsvorplatz – einer Lösung zugeführt werden sollen.

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Folgende Maßnahmen sind im Detail projektiert – hier ein Überblick über die wichtigsten Punkte:

a) Die bis zu 5.000 italienischen Radler, die im Sommer pro Tag der Drau entlang in Richtung Lienz in die Pedale treten, sollen nicht mehr durch die Unterführung an der Amlacherstraße, sondern flussabwärts bis zum Bahnhof geführt werden. Dafür wird an der Drau eine neue Brücke errichtet, die auch einspurig mit Pkw befahren werden kann. Der gesamte Bahnkörper wird untertunnelt, und die barrierefreie Unterführung soll Radler und Fußgänger nicht nur bis zu den Gleisen und auf den Bahnhofsvorplatz, sondern unter der Bundesstraße hindurch bis kurz vor das Antoniuskirchl führen.

b) Die bis dato vor dem Bahnhof parkenden und rangierenden Busse werden auf den Parkplatz westlich des Bahnhofsgeländes übersiedeln. Hier soll ein modernes Busterminal mit übersichtlichem Infosystem entstehen, mit eigener Einfahrt von der Tiroler Straße aus (östlich der Eni-Tankstelle). Vor dem Bahnhofshauptgebäude können zukünftig dafür Privat-Pkw im Rahmen eines sogenannten „Kiss&Ride-Systems“ halten, wenn man Personen zum Zug bringt oder abholt. Die kostenlose Parkdauer wird mit ca. 10 Minuten angegeben.

c) Im Süden des Gleiskörpers werden künftig im Rahmen eines „Park&Ride-Systems“ jene ihre Autos abstellen können, die mit Bus oder Zug verreisen. Hier wird sich außerdem auch der Bereich befinden, wo die Radler aus Italien ihre Räder zurückgeben können.

Das Großprojekt „Mobilitätszentrum“ soll von der Infrastrukturgesellschaft der ÖBB federführend umgesetzt werden und dürfte auch eine Modernisierung und Runderneuerung des Lienzer Bahnhofes mit sich bringen.

Text: J. Hilgartner, Fotos: Stadtmarketing Lienz/Retter

22. Dezember 2014 um