NEOS Tirol: „Ohne Soforthilfe für den Tourismus droht der totale Kollaps!”
Die Prognosen für den Tiroler Tourismus seien, wie die NEOS in einer aktuellen Aussendung betonen, dramatisch. Ein Nächtigungsminus von 50 bis 75 % drohe.
Während 2019 noch 76 % der Deutschen Urlaub im Ausland machten, sind es laut einem deutschen Meinungsforschungsinstitut 2020 nur noch 18 %. Laut WKO wird das dazu führen, dass Tirol im Sommer ein Nächtigungsminus von 50 oder sogar 75 % haben wird. Stefan Garbislander, Chef-Volkswirt der Wirtschaftskammer, rechnet damit, dass dadurch ein Drittel der Tiroler Tourismusbetriebe vom Konkurs bedroht sein könnte. „Für mich kommt dies leider nicht überraschend. Wir NEOS kämpfen schon seit Wochen dafür, dass die Politik mehr liefert als bloß Stehsätze“, weist Tourismussprecher Dominik Oberhofer darauf hin, dass auf Ankündigungen auch Taten folgen müssten.
NEOS fordern sofortige Maßnahmen und präsentieren Hilfspaket für Tourismus
In der kommenden Landtagssitzung wollen die NEOS deshalb eine Reihe von Dringlichkeitsanträgen einbringen, mit dem Ziel, den Tourismus schnellstmöglich zu unterstützen. „Wir dürfen jetzt nicht länger abwarten, ob die Grenzen im Sommer aufgehen oder nicht. Die Zeit drängt“, mahnt Oberhofer. „Ich bin davon überzeugt, dass im Sommer nicht alle Hotels aufsperren können. Für viele Betriebe ist es wirtschaftlich sinnvoller, geschlossen zu halten. Denn mit einer Auslastung von nur 20 oder 30 % entstehen hohe Fixkosten, die die Betriebe in die Schuldenfalle drängen. Diese schlittern dann spätestens im Herbst in die Insolvenz“, so Oberhofer weiter. Deshalb sei es wichtig, auch jene Betriebe, die geschlossen halten wollen, zu unterstützen. „Wir schlagen vor, den Betrieben, die geschlossen bleiben, 5 % des letztjährigen Umsatzes als nicht-refundierbaren Zuschuss vom Land auszubezahlen. So nimmt man den Druck von den UnternehmerInnen, um jeden Preis im Sommer aufsperren zu müssen. Zusätzlich zwingt man die TouristikerInnen nicht dazu, sich gegenseitig mit Dumpingpreisen zu zerfleischen, da weniger Konkurrenz um die wenigen Gäste herrscht“, schlägt der pinke Tourismussprecher vor. Die Kosten für dieses Paket schätzt Oberhofer auf 50 bis 70 Mio. Euro. „Das muss es uns wert sein, wenn wir eine Pleitewelle mit noch nie dagewesenen Folgen für den Wirtschaftsstandort Tirol im Herbst verhindern möchten.“
Gleichzeitig sei es notwendig, jene MitarbeiterInnen und Fachkräfte, die im Zuge der Krise ihren Arbeitsplatz verloren haben, zu unterstützen. Viele seien Saisonarbeitskräfte und hätten deswegen keine Chance, die Kurzarbeit zu nutzen. „Mit dem Auszahlen des normalen Arbeitslosengeldes verlieren sie 50 % des Einkommens. Wer im Winter in einem Tourismusbetrieb beschäftigt war und aufgrund der Betriebsschließung im Sommer arbeitslos ist, sollte vom Land Tirol mit einem Zuschlag von 25 % auf das Arbeitslosengeld unterstützt werden. Dadurch kann vielen ArbeitnehmerInnen in akuten finanziellen Schwierigkeiten zumindest bis zur Wintersaison geholfen werden und wir wirken dem Abwandern von Fachkräften in der Tourismusbranche entgegen,“ so Oberhofer abschließend.
Text: Politikredaktion, Foto: Land Tirol/Berger