Natura 2000: Osttiroler Delegation in Brüssel
Über Vermittlung von BM Rupprechter traf eine Delegation aus Osttirol am 13.10. in Brüssel auf hochrangige Mitarbeiter der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission.
Der Delegation gehörten der Obmann des Planungsverbandes 34, BR Bgm. Dr. Andreas Köll, der Aineter Bürgermeister und FAG-Vorstand Mag. Karl Poppeller, der Virger Bürgermeister und Geschäftsstellenleiter des PV 34, Ing. Dietmar Ruggenthaler, an. Wissenschaftlich begleitet wurden die Osttiroler Gemeindevertreter von Priv.-Doz. Mag. Dr. Gregory Egger vom WWF-Auen-Institut der Universität Karlsruhe in Deutschland, der seine Expertisen, die auf fundierter wissenschaftlicher Arbeit basieren, per Powerpoint in Brüssel präsentierte.
Der aus Deutschland stammende Leiter der Generaldirektion, Stefan Leiner sowie sein für Österreich zuständiger Mitarbeiter, Dr. Frank Vassen, zeigten sich lt. der Osttiroler Delegation von den umfangreich vorgelegten wissenschaftlich-fachlichen Unterlagen beeindruckt. Sie wiesen darauf hin, dass die Nominierung von Natura 2000-Gebieten Aufgabe der Länder sei, in dem Mahnschreiben der EU an Österreich seien nur weitere geeignete Regionen vorgeschlagen worden. Es sei Aufgabe der Staaten, fachliche Nachweise zu erbringen, die dann in Brüssel sowie in biogeographischen Bewertungsseminaren eingehend geprüft würden. Ein solches Seminar wird übrigens unter Leitung von Stefan Leiner im kommenden Frühjahr 2015 in Wien stattfinden, wobei alle von Österreich eingemahnten Lebensraumtypen und Arten diskutiert und überprüft werden.
Von Seiten der EU wäre es, so Leiner und Vassen, grundsätzlich wünschenswert, dass das Netzwerk Natura 2000 von allen Mitgliedsstaaten als umfassender Prozess verstanden werden, in dem es um die Natur als Gesamtheit geht, also auch um eine entsprechende Einbindung der Menschen vor Ort. Leider habe es in der Vergangenheit vereinzelt Meldungen von Natura 2000-Gebieten nach Brüssel gegeben, welche ohne vorherige Information und Einbindung der Betroffenen erfolgt seien. Dies werde ausdrücklich nicht gewünscht und führe nur zu unnötigen Problemen. Leiner und Vassen stellten der Osttiroler Delegation in Aussicht, die übergebenen Unterlagen umfassend zu prüfen, mit dem Hinweis, dass die Europäische Kommission bisher in allen Bewertungsseminaren bei den Lebensraumtypen einen nationalen Wert von 20 bis max. 80% als ausreichend betrachtet habe. Sollten sich die in den Expertisen angegebenen Werte als richtig erweisen, werde die Generaldirektion für Umwelt im Bereich Isel und Nebengewässer nicht anders vorgehen als in allen anderen Natura 2000-Gebieten in Europa.
Die Osttiroler Delegation zeigte sich beeindruckend von der freundlichen Aufnahme in Brüssel und der eingehenden Sachkenntnis über die vor Ort bestehenden Osttiroler Gegebenheiten der beiden Spitzenvertreter der Generaldirektion Umwelt.
Text: J. Hilgartner, Fotos: European Union 2014, Brunner Images
