Natura 2000 lässt ÖVP Politiker aus- & rücktreten
Vize-Bgm. Wolfgang Gasser aus Virgen tritt als ÖVP-Parteiobmann zurück, Vize-Bgm. Elisabeth Mattersberger aus Matrei i. O. verlässt den Wirtschaftsbund.
Wolfgang Gasser ist erst seit wenigen Monaten ÖVP-Ortsparteiobmann. Als Ortsbauernobmann vertritt er auch die Landwirtschaft. Er zeigt sich „zutiefst enttäuscht“ von ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter, Klubobmann LA Bgm. Mag. Jakob Wolf und den Bezirksvertretern der ÖVP im Zusammenhang mit den Entwicklungen um Natura 2000 und erklärt deshalb seinen sofortigen Rücktritt als Ortsparteiobmann. Dazu Vize-Bgm. Wolfgang Gasser: „Wolf hält Zurufe von außen entbehrlich und überflüssig. Ich wäre gespannt, wie der Ötztaler Bürgermeister reagieren würde, wenn man mit den Vertretern des Ötztales so umgehen würde wie mit uns. Im Ötztal, wo die deutsche Tamariske ja auch vorkommt, verzichtet Wolf nicht auf sein Kraftwerk und lässt sich kein Natura 2000 Gebiet einrichten. Für uns geht es um sehr viel. Es geht um die Existenzen. Ich habe große Sorge um die Erdbeweger. Sie werden im Tal dringend gebraucht und sie sind Nahversorger. Ich sorge mich um die Landwirtschaft, der Umgebungsschutz wird zu weiteren Einschränkungen in der Bewirtschaftung führen, zumindest aber Mehrkosten bewirken. Wenn Natura 2000 kommt, können wir unser Kraftwerk vergessen. Die Virgerinnen und Virger haben in einer Volksbefragung mit fast 75% dafür gestimmt. Die Menschen im Virgental verdienen es in der Politik gehört und respektiert zu werden.“
Eine Aussendung des Osttiroler Wirtschaftsbundes, in der die Verantwortlichen, wie die Medien berichteten, der Natura 2000 Einrichtung im Iseltal sehr positiv gegenüber stehen, führten in Matrei i.O. zu mehreren Austritten aus dem Wirtschaftsbund, darunter Vize.-Bgm. Elisabeth Mattersberger. Elisabeth Mattersberger in einem offenen Brief an die Bezirksobfrau des Osttiroler Wirtschaftsbundes Silke Steiner: „Deine Aussagen, die in verschiedenen Osttiroler Medien im Zusammenhang mit Natura 2000 veröffentlicht worden sind, sind für die Wirtschaft unserer Region völlig inakzeptabel, weshalb ich mit sofortiger Wirkung aus dem Wirtschaftsbund austrete. Diese Aussagen haben mit Wirtschaft nichts mehr zu tun“. Ihrem Beispiel folgten auch der bekannte Matreier Unternehmer Martin Wibmer von der Schuh & Sport Wibmer GesmbH und der Matreier Gemeinderat und Baumeister DI David Köll.
Text: Redaktion Fotos: Privat
