Natura 2000-Information am Beispiel des Lechtales

Rd. 120 Personen folgten der Einladung von LH-Stv. Felipe in die Wirtschaftskammer Lienz. Vertreter aus dem Lechtal berichteten über ihre Erfahrungen mit Natura 2000.

Seit Monaten wird im Bezirk Lienz über Natura 2000 diskutiert. Dass dies vor 15 Jahren auch im Tiroler Lechtal nicht anders war, konnte man im Rahmen der von LH-Stv. Mag. Ingrid Felipe organisierten Natura 2000-Informationsveranstaltung am Abend des 23. September im Saal der Wirtschaftskammer in Lienz erfahren. Unter den Besuchern der Veranstaltung waren naturgemäß sehr viele Befürworter von Natura 2000, Grün-Politiker aus dem Bezirk Lienz, ein Vertreter des WWF und andere Grün-Sympathisanten zu finden. Aus den von einer möglichen Natura 2000-Ausweisung betroffenen Gemeinden nahmen die Bürgermeister von Prägraten, Virgen, Ainet und Oberlienz und die Vize-Bürgermeisterin von Matrei i.O. ebenso teil wie Vertreter Osttirols im Tiroler Landtag, Funktionäre der Wirtschaftskammer, des TVBO und viele Interessierte aus der Bevölkerung. BürgerInnen aus dem Iseltal empfingen LH-Stv. Ingrid Felipe zu Beginn des Abends am Eingang zur Wirtschaftskammer mit Transparenten, auf denen sie ihren Unmut über die von der Grün-Politikerin und von Umweltorganisationen beabsichtigte Maximalausweisung äußerten.

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Die Präsentation zum Natura 2000-Gebiet im Tiroler Lechtal durch Bgm. Heiner Ginther von der Natura-2000-Anrainergemeinde Elmen und Günter Salchner, Geschäftsführer der Regionalentwicklung Außerfern, verlief sachlich. Sie berichteten davon, dass sich das Lechtal in den letzten Jahren touristisch gut entwickelt habe. Als ein Highlight nannten sie den 15 km langen Lechtalweg. Von einem ursprünglich flächenmäßig viel größer ausgewiesenen schützenswerten Gebiet verblieb nach Verhandlungen ab dem Jahr 2004 allerdings nur der rd. 41 Quadratkilometer große Naturpark „Tiroler Lech“ als besonders geschütztes Natura-2000-Gebiet. Um einen Ausgleich zu schaffen, wurde von der Tiroler Landesregierung ein Sonderförderungsprogramm mit insgesamt 10,9 Mio. Euro auf 10 Jahre für die Region aufgelegt, welches, so Salchner, Investitionen von 27 Mio. Euro auslöste. Bedauerlich, dass kein Bürgermeister aus den Kerngemeinden des Natura 2000-Gebietes im Tiroler Lechtal anwesend war, um aus der Sicht der direkt Betroffenen zu berichten.

Wie der weitere Abend und einige z.T. sehr unsachliche Wortmeldungen zeigten, wird es im Bezirk Lienz auch in Zukunft nur sehr schwer möglich sein, dass Befürworter und Gegner zu einem Konsens finden. Die Fronten bleiben auch nach diesem Tag verhärtet. Einzig in dem Vorwurf an die Tiroler Landesregierung, die Bevölkerung in Osttirol nicht ausreichend informiert zu haben, ist man sich offensichtlich einig.

Text: J. Hilgartner, Fotos: Brunner Images

24. September 2014 um