Natura 2000: Die Antwort des Planungsverbandes 34

Der Planungsverband 34 legt mit 30.9. eine naturkundefachliche Stellungnahme und einen naturkundefachlich-wissenschaftlich begründeten Ausweisungsvorschlag vor.

Angesichts des heftigen Widerstandes in der Iselregion gegen die Maximalausweisung von Natura 2000 an der Isel und ihren Nebengewässern hatten sich, wie bereits berichtet, LH-Stv. ÖR Josef Geisler und LH-Stv. Mag. Ingrid Felipe am 16.9.2014 mit einem Schreiben an den Obmann des Planungsverbandes 34 gewandt und die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden dazu eingeladen, den vorgelegten Ausweisungsvorschlag des Planungsverbandes bis 30.9. mit naturkundefachlichen Stellungnahmen zu untermauern.

Diesem Angebot ist der Planungsverband 34 termingerecht nachgekommen, wobei man, wie Verbandsobmann BR Bgm. Dr. Andreas Köll heute erklärt, es nicht nur gelungen sei, …„eine naturkundefachliche Stellungnahme auszuarbeiten“, sondern dass man darüber hinaus …„sogar einen eigenen, naturkundefachlich-wissenschaftlich begründeten Ausweisungsvorschlag der Umweltbüro GmbH, geleitet von Priv. Doz. Mag. Dr. Gregory Egger, dem derzeitigen Inhaber eines Lehrstuhles am WWF-Auen-Institut in Karlsruhe“ vorlegen könne. Dieses wissenschaftlich unstrittige Gutachten baue einerseits auf den bisherigen fachlichen Gutachten der Umweltabteilung der Tiroler Landesregierung (2005/2006) und andererseits auf der, erstmals in der Iselregion wissenschaftlich durchgeführten, parzellenscharfen Erhebung und Bewertung des eingemahnten FFH-Lebensraumtyps 3230 auf. Im Rahmen des Gutachtens „Ausweisung Natura 2000 Gebiet Isel und Nebengewässer“ vom 29.9.2014 sei es außerdem gelungen, höchst aktuelle Lokalaugenscheine im Einzugsgebiet des „Jahrhunderthochwassers“ durchzuführen und dabei neueste Erhebungen im Planungsgebiet vorzunehmen.

Resümee des vorliegenden, naturkundefachlichen Gutachtens sei es, dass das Land Tirol und die Republik Österreich damit beim Lebensraumtyp 3230 alle EU-Vorgaben erfüllen könnten. In der nationalen Prozentrechnung würden mit dem Vorschlag über 90 Prozent des eingemahnten Lebensraumtyps 3230 und über 85 Prozent des derzeitigen Tamarisken-Vorkommens in Österreich abgesichert, wobei sich die Europäische Kommission in allen bisherigen biogeografischen „natürlichen Lebensraumtypen“ mit einem nationalen Wert von 40 bis maximal 60 Prozent zufrieden gegeben habe.

Allen an der Thematik Interessierten stellen wir hier in PDF-Form die beiden Schreiben (Brief 1, Brief 2) sowie das naturkundefachliche Gutachten als Download zur Ansicht zur Verfügung.

Man darf gespannt sein, wann und in welcher Form auf Basis der neuen Entwicklung und Grundlagen nun eine Entscheidung seitens der Tiroler Landesregierung betreffend einer Nachnominierung zu Natura 2000 in Osttirol erfolgen wird.

Text: J. Hilgartner, Foto: Parlamentsdirektion/WILKE

01. Oktober 2014 um