Museum im alten Heizhaus nimmt Gestalt an

Der Lienzer Gemeinderat beschloss bei seiner Sitzung am 23.10.2012, für die Einrichtung eines Museums im alten Heizhaus aus dem Jahr 1871 einen Beitrag von 45.000 Euro.

Vier E-Loks, drei Diesel-Lokomotiven und sogar drei alte Dampf-Loks sind im 1871 erbauten Heizhaus am Lienzer Bahnhof zu bestaunen. Dazu hat Nikolaus Ladinig, seit Gründung im Jahr 1979 Obmann des Vereines der Eisenbahnfreunde Lienz, das historisch wertvolle Interieur mit Schranken- und Signalanlagen, alten Dokumenten und Fotos gesammelt, gehegt und gepflegt. Bei der Lienzer Gemeinderats-Sitzung am 23. Oktober 2012 stellte der leidenschaftliche Eisenbahnfreund das Heizhaus, wie es derzeit dasteht, und seine Pläne für die Zukunft vor. „Das Lienzer Heizhaus aus 1871 ist das letzte derart gut erhaltene und größte im gesamten südösterreichischen Raum. Ohne unsere Erhaltungsarbeiten wäre es längt in sich zusammengebrochen“, erklärte Ladinig. Nächstes Ziel ist es, dieses historisch wertvolle Gebäude samt nicht nur für Technikfreaks hoch interessantem Inhalt der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Wir wollen das Heizhaus ab Sommer 2013 als Museum betreiben. Dazu sind noch bauliche Maßnahmen, wissenschaftliche Begleitmaßnahmen und Marketingmaßnahmen notwendig“, so der Obmann. Dafür sind Investitionen mit einer Gesamtsumme von 588.000 Euro erforderlich, 382.200 Euro sind bereits an Fördermitteln durch Land und EU zugesagt. Die verbleibenden Kosten von 205.800 Euro sollen unter anderem durch Eigenleistungen des Vereines und Beiträge der Stadt Lienz und des Tourismusverbandes Osttirol aufgebracht werden.

Nikolaus Ladinig hat als Obmann der Eisenbahnfreunde Lienz neben der technischen Einrichtung viele Fotodokumente und weitere Exponate für die Einrichtung eines Museums gesammelt.

Nikolaus Ladinig hat als Obmann der Eisenbahnfreunde Lienz neben der technischen Einrichtung viele Fotodokumente und weitere Exponate für die Einrichtung eines Museums gesammelt.

Der Antrag bei der Gemeinderatssitzung lautete auf 45.000 Euro Investitionsbeitrag sowie 300.000 Euro als Vorfinanzierung von fällig werdenden Rechnungen. „Der Verein unter Obmann Ladinig ist mit viel Herzblut bei der Sache. Das Museum im Heizhaus ist eine wertvolle Bereicherung für das kulturelle Angebot in der Stadt. Ich würde es sogar als Technisches Museum Lienz bezeichnen“, so GR Wilhelm Lackner (SPÖ). Anderer Meinung war GR Uwe Ladstädter von der LSL: „Es gibt viele kleine Vereine in der Stadt, die wenig bis gar keine Subventionen erhalten, beim Museum im Heizhaus befürchte ich, dass es schließlich wieder alles bei der Stadt hängen bleibt, wir sollten uns bei diesem Projekt heraushalten.“ GR Christian Zanon von der ÖVP befürwortete den Beitrag der Stadt Lienz: „Wenn man mit 45.000 Euro eine Investition von fast 600.000 Euro auslöst, wie beim Heizhaus, kann man nur für das Projekt stimmen.“

Beim letzten Heizhausfest am 22. April 2012 bestaunten trotz Regenwetters viele Interessierte das Heizhaus und besonders auch die historischen Lokomotiven.

Beim letzten Heizhausfest am 22. April 2012 bestaunten trotz Regenwetters viele Interessierte das Heizhaus und besonders auch die historischen Lokomotiven.

Schließlich wurde der Investitionsbeitrag von 45.000 Euro und ein Vorfinanzierungs-Rahmen von 300.000 Euro mit Gegenstimmen von Uwe Ladstädter und Mag. Johannes Schwarzer von der LSL beschlossen.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images, R. Mühlburger

24. Oktober 2012 um