Matrei i.O.: Einigung mit Bauern
Erste Einigung in Osttirol in Form des Abschlusses eines „Auseinandersetzungs-Übereinkommens“ zwischen Gemeinde und Gemeindeguts-Agrargemeinschaft.
Mit der Novelle des Tiroler Flurverfassungsgesetzes 2014 hat der Tiroler Landtag die gesetzlichen Grundlagen für die Neuregulierung von Gemeindegutsagrargemeinschaften und damit auch für die Beendigung eines „Tiroler Dauerstreitthemas“ geschaffen. Eine erste Einigung in Osttirol in Form des Abschlusses eines sogenannten „Auseinandersetzungs-Übereinkommens“ hat es vor Kurzem zwischen der substanzberechtigten Marktgemeinde Matrei i.O. und der (Gemeindeguts-) Agrargemeinschaft „Schildalp-Interessentschaft“ gegeben. Bürgermeister BR Dr. Andreas Köll, vom Gemeinderat zum Substanzverwalter in Angelegenheiten der Gemeindegutsagrargemeinschaften bestellt, zeigt sich erfreut: „Matrei hat nicht nur 43 Weggemeinschaften, sondern auch 53 Agrargemeinschaften, davon bis zu 12 als festgestelltes Gemeindegut. In unserem Gemeinderat hat es dazu immer nur einstimmige Beschlüsse gegeben. Ich bin als Substanzverwalter bemüht, unseren Bauern ‚ihre‘ Gründe in Form von Auseinandersetzungs-Übereinkommen wieder ‚zurückzugeben‘. Vorher werden gewisse Liegenschaften für wichtige öffentliche Zwecke, z.B. die Felbertauernstraße, die TIWAG, die TAL, für Rad-und Wirtschaftswege des Öffentlichen Gutes unter Gemeindeverwaltung, für leistbares Wohnen sowie Betriebsansiedelungen im Gewerbegebiet ‚Seblas‘ herausgelöst und im Interesse unserer gesamten Bevölkerung verwertet. Dies ist also eine Win-Win-Situation für alle. Die ‚Schildalp-Interessentschaft‘ war ein erster, guter Anfang! Wir wollen uns dafür einsetzen, dass dies auch bei anderen Gemeindeguts-Agrargemeinschaften im Bereich „Schild“ möglich ist.“ Die Marktgemeinde behält sich andererseits umfangreiche Flächen und Liegenschaften zurück, wie z.B. eine 31 ha große Waldfläche, landwirtschaftliche Flächen für Tauschzwecke mit dem Öffentlichen Wassergut und anderen Grundeigentümern im Ausmaß von noch einmal rd. 30 ha.
Text: Politikredaktion, Foto: Gemeinde Matrei
