Matrei in Osttirol: Andreas Köll tritt bei Gemeinderatswahl nicht mehr an

Für die Liste „Gemeinsam für Matrei” geht am 27. Februar Vize-Bgm. und Bundesrätin Elisabeth Mattersberger als Spitzen- und Bürgermeisterkandidatin ins Rennen.

Spekulationen um Wiederkandidatur bei den bevorstehenden Gemeinderatswahlen oder Rückzug aus der Politik setzte der Matreier Bürgermeister Dr. Andreas Köll am Mittwoch, 26. Jänner, bei einem Mediengespräch in Lienz ein Ende. „Insbesondere aus privaten Gründen habe ich nun entschieden, bei der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl nicht mehr anzutreten. Unsere Liste wird Vize-Bgm. Elisabeth Mattersberger als Spitzen- und Bürgermeisterkandidatin anführen”, erklärte Köll.

Andreas Köll wurde am 6. April 1989 vom Gemeinderat zum Bürgermeister der Marktgemeinde Matrei gewählt. Kurz davor, am 30. März 1989, promovierte er zum Doktor der Rechte. „Bei den Wahlen am 15. März 1992 wurde ich mit 73,35 % zum Bürgermeister gewählt, und unsere Liste erhielt 11 von 16 Mandaten. Bei den nachfolgenden Wahlen konnte unsere Gruppierung – inzwischen gibt es in Matrei 17 GemeinderätInnen – immer die absolute Mehrheit erringen”, berichtete der 61-jährige ÖVP-Politiker und gab eine Übersicht über Meilensteine seiner Amtszeit als Bürgermeister sowie als Landtagsabgeordneter und Mitglied des Bundesrates.

 

Andreas Köll: „Die Firma iDM wird auch in den nächsten Jahren massiv in Matrei investieren. Erfreulich sind nicht nur die hunderten Arbeitsplätze, sondern auch die Kommunalsteuer-Einnahmen für die Gemeinde. Dadurch konnte der Verschuldungsgrad gesenkt werden. Auch das geplante Wasserkraftwerk am Tauernbach wird nach Realisierung hohe laufende Entschädigungen für die Gemeindekasse bringen.”

 

Von 2001 bis 2013 war Köll Abgeordneter zum Tiroler Landtag und von 2013 bis 2018 Mitglied des Bundesrates. Seit 1989 ist er Geschäftsführer der privatwirtschaftlichen Matreier Goldried Bergbahnen GmbH & Co KG. „Durch über 30-jährige persönliche Bemühungen konnte die Skischaukel Kals-Matrei realisiert werden. Die Investoren Heinrich und Heinz Schultz wurden von mir nach Matrei und 2004/2005 auch nach Kals geholt, wo bis zu diesem Zeitpunkt eine Ötztaler Liftgesellschaft in eine andere Geländekammer – Bereich Blauspitz – investiert hat. Das Großglockner Resort ist inzwischen das mit Abstand größte Skigebiet Osttirols”, so Köll.

„Es war mir eine große große Ehre, für die Gemeinde Matrei und den Bezirk Lienz politisch zu arbeiten. Für die bevorstehenden Wahlen gebe ich keine Wahlempfehlung ab. Mit Elisabeth Mattersberger hat Matrei aber die historische Chance, erstmals eine Bürgermeisterin zu bekommen”, so Köll.

Auf die Frage, was er in Zukunft machen werde, sagte der scheidende Bürgermeister: „Ich bin bis 2025 Geschäftsführer der Matreier Goldried Bergbahnen und werde mich mit viel Freude und Engagement weiterhin dieser interessanten Aufgabe widmen. Außerdem werde ich beratend auch für die anderen Schultz-Skigebiete in Osttirol und für touristische Projekte tätig sein. Wer weiß, vielleicht setze ich irgendwann auch mein Studium der Politikwissenschaften fort.”

Zur Frage, ob er eine Rückkehr in die Politik ausschließen könne, meinte Andreas Köll: „Vorstellen kann ich mir vieles, und ausschließen will ich gar nichts.”

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

26. Januar 2022 um