In Matrei i.O. wurde der Haushalt für das Jahr 2022 vorgelegt
Die Budgetsitzung des Matreier Gemeinderates ging am 23.12. im Pfarrsaal über die Bühne. Haushaltvoranschlag 2022 und mittelfristiger Finanzplan wurden genehmigt.
Der Haushaltsplan 2022 der Marktgemeinde Matrei in Osttirol wurde mit Aufwendungen von Euro 18.723.000 und Erträgen von Euro 25.558.700 somit mit einem Überschuss von Euro 6.835.700 genehmigt, wobei in den vorangeführten Aufwendungen auch die Abschreibung von Sachanlagevermögen enthalten ist, welche aber nicht zahlungswirksam wird. Trotz zum Teil erheblicher Aufwandssteigerungen, etwa bei den laufenden Transferzahlungen an das Land Tirol, z.B. in den Bereichen „Pflege und Soziales“, wo jährliche Steigerungsraten von bis zu 22,4 % zu verzeichnen sind, konnte auch der Finanzierungshaushalt ausgeglichen bzw. mit einem Überschuss von Euro 41.500 beschlossen werden. Grundlage dafür bildet eine erfreuliche Einnahmensentwicklung sowohl bei den Abgabenertragsanteilen des Bundes, welche mit Euro 4.759.000 die größte Einnahmenskategorie darstellen, als auch bei den Erträgen aus eigenen Abgaben (Euro 3.999.300) und Gebühren (Euro 1.675.000).
Bgm. Dr. Andreas Köll war es auch dieses Mal wieder wichtig, einen ausgeglichenen Haushalt einzubringen. Das sei mit einem Überschuss im Ergebnishaushalt von Euro 6.835.700 sowie einem Überschuss im Finanzierungshaushalt von Euro 41.500 gelungen, berichtete er dem Matreier Gemeinderat.
Stabile Einnahmenentwicklung
Steigende Einnahmen sind insbesondere bei der gemeindeeigenen Kommunalsteuer zu verzeichnen, welche auf die äußerst positive Entwicklung der Fa. iDM Energiesysteme zurückzuführen ist, in welcher der Personalstand zwischenzeitlich bereits bei rd. 550 liegt und in absehbarer Zeit (2022/2023) noch auf rund 800 bis 1000 steigen sollte. Für das Finanzjahr 2022 wird ein Kommunalsteueraufkommen der zweitgrößten Gewerbe- und Industriegemeinde des Bezirkes von Euro 1.750.000 prognostiziert. Von einer positiven Entwicklung ist auch bei den Erschließungsbeiträgen (Wasser- und Kanalanschlussgebühren sowie Erschließungsbeiträgen nach dem Tiroler Verkehrsaufschließungsabgabengesetz) aufgrund mehrerer geplanter Betriebserweiterungsvorhaben im regionalen Gewerbe- und Industriegebiet „Seblas“ (geplant sind der Neubau einer Hochgarage für die bestehenden Betriebsgebäude der Fa. iDM Energiesysteme mit vorerst 490 bzw. mittelfristig 690 Stellplätzen und die Errichtung einer weiteren Betriebshalle 8) sowie im touristischen Bereich – in den kommenden Jahren sollen mehrere Hotelprojekte realisiert werden – auszugehen. So sind im Haushaltsplan 2022 Euro 1.838.300 alleine aus dem Titel „Tiroler Verkehrsaufschließungsabgabe“ veranschlagt.
Die Fa. iDM Energiesysteme GmbH ist als Österreich-Marktführer in der klimaaktiven, zukunftsträchtigen Wärmepumpenbranche das mit Abstand wichtigste Unternehmen in der gesamten Iselregion und wird in Zukunft auf dem Wege zum Europa-Marktführer noch bedeutsamer werden.
Schwerpunkte im kommenden Jahr
Die äußerst erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung der Marktgemeinde macht es möglich, dass – trotz neuerlich stark steigender Transferzahlungen – weiter in die Basisinfrastruktur der Daseinsvorsorge investiert werden kann. So sind für das kommende Jahr in der Marktgemeinde Matrei Investitionen in Höhe von gesamt rd. Euro 10,6 Millionen geplant und handelt es sich dabei um eines der größten Investitionsvolumen der vergangenen Jahre.
Die Vorhaben gemäß Investitionsnachweis im Detail:

Die geplanten Investitionen in wichtige Infrastrukturvorhaben stehen für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Tauerngemeinde, wobei die gute Einnahmenentwicklung eine Darlehensaufnahme größeren Umfanges unnötig macht. Lediglich beim investiven Vorhaben „Gemeindestraßen, Ortschaftswege und Brücken“ musste eine Darlehensaufnahme in Höhe von Euro 500.000 für unvorhersehbare und außerhalb der Einflusssphäre der Marktgemeinde gelegene Mehraufwendungen in Zusammenhang mit der Behebung von Katastrophenereignissen (Neubau „Bichlerbrücke”/„Zunigbachbrücke“/”Matzenhofbrücke“/„Luntschetbrücke“/„Landeckbachbrücke“) veranschlagt werden.
Die Fertigstellung des Neubauvorhabens „Bichlerbrücke“, welche bekanntlich durch das Hochwasserereignis vom 30. August 2020 komplett zerstört wurde, steht im Fokus des Investitionsprogrammes 2022.
Ohne entsprechende Bedarfszuweisungen sowie weitere Landes- und Bundesförderungen wären all diese Vorhaben nicht möglich. So werden beispielsweise die Radwegabschnitte mit 60% vom Land (im Rahmen des „Tiroler Radkonzeptes“ für überregionale und regionale Radrouten sowie Radwege) und 15% vom Bund (im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie „klima aktiv“) gefördert, das Tanklöschfahrzeug LAST CL-P und die Drehleiter DLA mit 65% bzw. 50% vom Land sowie der umweltfreundliche Kunstrasen mit 25% vom Land.
Weitere wichtige Vorhaben
Über die vorangeführten investiven Vorhaben hinaus wurden in der Budgetsitzung weitere wichtige Vorhaben beschlossen, wie beispielsweise der Ankauf von Räumlichkeiten für die „Landesmusikschule Matrei-Iseltal“ oder der Ankauf des „Alten Meixnerhauses“ im Wege eines Tausch- und Ablösevertrages mit der Panorama Gastronomie GmbH, welche ihrerseits das Objekt „ASO Matrei“ am Sonnenhang erwirbt. Der Unterricht in der ehemaligen Allgemeinen Sonderschule wird bereits seit dem Schuljahr 2020/2021 im Rahmen einer Inklusion in der Mittelschule weitergeführt. Mit diesem Tauschvertrag konnten die Voraussetzungen für die schon länger geplante Errichtung eines neuen Kulturzentrums mit Musikpavillon der Marktgemeinde Matrei im Bereich des regionalen Schulzentrums geschaffen werden. All die vorangeführten Vorhaben können „als wichtige Zukunftsinvestitionen in eine nachhaltige Basisinfrastruktur“ der Marktgemeinde Matrei gesehen werden, so die Analyse von Bürgermeister Dr. Andreas Köll.
Der Haushaltsvoranschlag 2022 und der Mittelfristige Finanzplan für die Jahre 2022 bzw. 2023 bis 2026, wurden unter Vorsitz von Bgm. Dr. Andreas Köll mit den Stimmen der „Bürgermeisterliste“ gegen die Stimmen der „Matreier Liste“ genehmigt.
Text: Redaktion, Fotos: © Osttirol heute, Parlament Wien, Gsaller Media, Marktgemeinde Matrei