LR Baur fordert respektvollen Umgang mit Roma
Ein möglicher Durchreiseplatz in Leisach werde derzeit geprüft. Soziallandesrätin Dr. Christine Baur will die Bevölkerung unbedingt in Diskussion einbinden.
In einer Presseaussendung informiert die Tiroler Soziallandesrätin Christine Baur über den aktuellen Stand, was die Schaffung eines Durchreiseplatzes für Roma und Sinti in Westösterreich betrifft. Die „EU-Strategie zur Einbeziehung der Roma bis 2020“ verpflichtet die Mitgliedstaaten, wirksame Maßnahmen zur Integration dieser Volksgruppe zu treffen. „Die österreichische Roma-Strategie empfiehlt die Errichtung von so genannten Romalageplätzen, und als Tiroler Soziallandesrätin bin ich verpflichtet, diesem Auftrag nachzukommen und einen geeigneten Standort in Westösterreich bzw. Tirol zu schaffen”, erklärt Baur dazu.
Neben den infrastrukturellen Voraussetzungen – wie Strom, Wasser für Duschen und Toiletten, Kanalanschlüsse, große Müllbehälter – müsse ein solcher Platz auf den gängigen Reiserouten dieser Volksgruppen liegen. In dieser Hinsicht würde sich laut Baur ein von einem Privaten angebotenes Grundstück in der Gemeinde Leisach als Platz eignen, da dieser an der klassischen Reiseroute der Roma liege. „Wir können aber erst nach eingehender Prüfung sagen, ob dieses Grundstück auch tatsächlich als Romalageplatz geeignet ist“, schränkt die Soziallandesrätin gleichzeitig ein.
Jedenfalls werde die heimische Bevölkerung sofort eingebunden, sobald die Umsetzung eines Standortes konkreter werde. Vorauseilender Panikmache erteilt Christine Baur eine klare Absage. „Die Schaffung eines Durchreiseplatzes ist ein Beitrag für einen menschlicheren Umgang mit Angehörigen einer Volksgruppe, die respektvollen Umgang und Wertschätzung bisher kaum erfahren hat“, so die Landesrätin abschließend. Mit Ergebnissen der Prüfung rechnet sie im Laufe des kommenden Februars.
Text und Foto: Raimund Mühlburger