„Liste Stadt Lienz” geht mit Hannes Schwarzer an der Spitze in die Wahl
Auch Listengründer Uwe Ladstädter unterstützt die Gruppierung. Leistbares Wohnen, Verkehr und Umwelt sind für Hannes Schwarzer die Hauptthemen.
Die „Liste Stadt Lienz” präsentierte sich am Freitagnachmittag in Lienz den Medien. 1992 zog die unter dem Kürzel LSL bekannte Fraktion mit vier Mandaten erstmals in den Lienzer Gemeinderat ein. Listengründer Uwe Ladstädter hielt in der ablaufenden Periode noch einen Sitz für die Gruppierung. „Uwe hat uns versichert, weiterhin bei uns mitzuarbeiten, auf der Liste steht er auf dem fünften Listenplatz”, so Hannes Schwarzer. Der Kaufmann und Lehrer ist seit der Gründung vor 30 Jahren bei der LSL mit an Bord und saß an der Seite von Uwe Ladstädter zuletzt in der Periode 2010 bis 2016 im Lienzer Gemeinderat.
Für die bevorstehende Wahl am 27. Februar kandidiert Schwarzer als Spitzenkandidat für die LSL. „Auch die Kandidatur für die Bürgermeisterwahl haben wir eingereicht. Es könnte aber auch sein, dass wir diese Kandidatur noch zurückziehen. Wir sind jedenfalls die einzige komplett unabhängige Liste. Der Vorteil ist, dass uns keine Landespartei die Themen vorgibt, der Nachteil, dass wir uns selbst finanzieren müssen”, so Schwarzer.
Hannes Schwarzer: „Zum Damen-Weltcup am Hochstein kann ich nur sagen, dass er uns egal ist. Wir sind gegen die finanzielle Unterstützung durch die Stadt, und die Skipisten müssen auch zur Zeit des Weltcups für Skifahrer befahrbar bleiben!“
„Leistbares Wohnen“ stellte der Spitzenkandidat als erstes Thema vor. „Die Stadt kann im Bereich Flächenwidmung agieren und sich auch dadurch einbringen, dass sie eine Datenbank mit allen Wohnungssuchenden und dem dazugehörigen konkreten Bedarf erstellt.“ Um den Verkehr in Lienz zu entlasten, müsse man sich Maßnahmen einfallen lassen, um die Transit-LKW auf der B 100 zu dezimieren. „Lienz braucht auch unbedingt wieder ein Nachttaxi. Man muss auch mehr Mut haben, Neues auszuprobieren. So könnte man z.B. in der Tristacherstraße ausprobieren, wie dort eine Begegnungszone funktioniert. Das Problem mit den vielen italienischen Radfahrern im Sommer in diesem Bereich ist hinlänglich bekannt.“
In Sachen Umwelt schlägt Schwarzer vor, mehr Müllinseln und Mülleimer anzubieten. „Zwischen den zwei Speicherteichen am Schlossberg könnte ein Trinkwasserkraftwerk eingerichtet werden. Die Stadt sollte auch so genannte Energiegemeinschaften, die regionalen Strom produzieren, fördern. Außerdem sollte man überlegen, in Lienz das Umweltamt vom Stadtmarketing zu trennen, um besser für die Klima- und Energieziele gerüstet zu sein.“
An der zweiten Stelle kandidiert auf der LSL der Architekt und Fotograf Wolfgang Retter, auf der dritten Stelle der Lehrer Hannes Mayr und auf dem 4. Listenplatz die Anästhesiepflegerin Elfriede Ganeider. Befragt nach dem Ziel bei der Gemeinderatswahl sagte Hannes Schwarzer: „Ein Mandat halten wir, und wir wollen bei der Wahl am 27. Februar viel stärker werden.“
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger