Lienzer Bürger beurteilten die Verkehrssituation
Zufrieden zeigen sich die Lienzer Bürger mit der Geh- und Radwegsituation in der Stadt. Negativ werden die kaum vorhandenen „Öffis“ und die Situation für die Autofahrer beurteilt.
Zu Fuß, mit dem Rad, im Auto oder mit dem Bus? Mittels Umfragebögen konnten die Lienzer Bürger erklären, wie und wo sie sich im Alltag in der Bezirkshauptstadt fortbewegen. Die Daten wurden vom Grazer Verkehrsplanungsbüro Hochkofler ausgearbeitet. Am Freitag, 25. April, präsentierte Vizebürgermeister Stephan Tagger in der Liebburg die ersten Ergebnisse dieser Befragung. „An der ersten Umfragereihe, die im Oktober 2013 ausgeschickt wurde, beteiligten sich 665 Bürger. Das sind rund 5,5% der Bevölkerung“, rechnete Tagger hoch. Nimmt man die rund 5 880 Haushalte als Grundlage, lag die Beteiligung bei 11%. „Das ist ein sehr hoher Rücklaufwert, der beweist, dass das Thema Mobilität von den Bürgern der Stadt sehr wichtig genommen wird“, betonte der VP-Vizebürgermeister.
Im Regelfall seien bereits 350 Rückantworten aussagekräftig. „Da wir bei der Grundlagenerhebung fast doppelt so viele Rücksendungen erhalten haben, sind wir in der Lage, ein noch feinmaschigeres Netz zu ziehen“, so Tagger, der sich bei der Bevölkerung für die rege Teilnahme bedankte. Vor allem bei den offenen Fragen gab es zahlreiche Vorschläge. „Aufgrund der riesigen, eingetroffenen Datenmenge sind wir allerdings zeitlich ein wenig in Verzug geraten“, bat der Vizebürgermeister um Verständnis. Überwiegend positiv wurden die vorhandenen Bedingungen für den Fuß- und Fahrradverkehr bewertet. Stolze 92% der Befragten sind mit der vorherrschenden Situation der Gehwege zufrieden. 33% davon sogar sehr.
Ähnlich verhält es sich bei den Radwegen. Diesen stellten 76% der Befragten ein positives Zeugnis aus, davon 19% ein sehr positives. Für 69% der Umfrageteilnehmer ist das „Radl“ inzwischen das Lieblingsverkehrsmittel. „Die Auswertungen machen deutlich, dass Lienz eine Radfahrstadt ist. Viele Befragte fahren sogar im Winter mit dem Fahrrad“, so Tagger.
Im Gegensatz dazu wurde der Öffentliche Verkehr in Lienz von der Mehrzahl der Befragten (67%) negativ bewertet. „Und zwar mit dem Argument, dass dieser überhaupt `nicht vorhanden´ sei“, erläuterte der Vizebürgermeister der Stadt. Mit 62% wurden auch die Bedingungen für den Pkw-Verkehr in Lienz von den meisten Befragten als nachteilig angesehen. Die Nutzung des Stadttaxis wurde hingegen von 85% der Teilnehmer als unkompliziert bezeichnet – von 41% davon sogar als „sehr unkompliziert“. Letzten Endes soll aufgrund dieser Umfragewerte in vier Schritten ein Verkehrsmodell geschaffen werden, das als umfassende Entscheidungsgrundlage für künftige Entwicklungen bei der Verkehrsführung herangezogen werden soll. „Unser Ziel ist es, die Innenstadt verkehrstechnisch zu entlasten, gleichzeitig aber den innerstädtischen Verkehr flüssiger zu machen“, erklärte Tagger.
Ende November 2013 wurden in einem 2. Schritt 1 500 ausgewählten Haushalten weitere Fragebögen zugeschickt. Diese sollen Rückschlüsse auf das Mobilitätsverhalten der Bewohner geben. 319 Personen nutzten diese Möglichkeit und dokumentierten einen Tag lang sämtliche ihrer Wege, die sie außerhalb des Gebäudes zurücklegten (Wegeerhebung). „Diese Daten werden aktuell noch ausgearbeitet. Gemeinsam mit den Informationen aus der Grundlagenerhebung werden diese dann in ein EDV-Modell übertragen, das dann den optimalen Verkehrsstrom errechnen soll“, so der Stadtpolitiker abschließend.
Fakten zum Download
Text: Redaktion, Foto: Stadtamt Lienz/Lenzer
