Lienz: Taxerbachl ist durch Bauten sicherer geworden

Die Verbauungsmaßnahmen dienen der langfristigen Sicherung des südwestlichen Siedlungsgebietes von Lienz – vor allem des Bründlangers – vor Überschwemmungen.

Zu einer kleinen Feier an der Winkelstützsperre – dem Schlüsselbauwerk der Verbauung – fanden sich Donnerstagvormittag Bgm. Elisabeth Blanik mit den beteiligten Stadt-Mitarbeitern und Otto Unterweger (Osttiroler Gebietsbauleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung) mit seinem Team ein und stellten das Projekt den Medienvertretern vor. „Anlass für das Projekt Taxerbach war das Hochwasser im November 2012, bei dem der Bach vor allem im Bereich der Überleitung in den städtischen Kanal das Siedlungsgebiet gefährdete“, so Otto Unterweger.

 

Otto Unterweger: „Im Bufferbereich wird eine Hochwasserspitze um rund die Hälfte gekürzt. Vorgebaute Gitter verhindern Totalverklausungen und Verstopfungen. Die Verbauungen sind in Österreich auf 150-jährliche Ereignisse ausgelegt.“

 

Bei den Hochwasserereignissen 1965 und 1966 hat der Taxerbach zu Vermurungen – vor allem im Bereich Bründlanger – geführt. „Nicht nur eine über 90-jährige Frau, die sich an diese Hochwasser noch gut erinnern kann und allein in einem Haus im Gefährdungsbereich lebt, hat mir gegenüber des Öfteren ihre Sorge bekundet. Bei Starkregenereignissen kann auch dieses relativ kleine Bachl schnell zur Gefahr für Leib und Leben werden. Deswegen hat die Stadtgemeinde im November 2013 den Antrag zur Verbauung gestellt“, erklärte die Bürgermeisterin.

 

Bgm. Elisabeth Blanik und Wildbach-Gebietsbauleiter Otto Unterweger pflanzten gemeinsam einen Strauch am von der Abteilung Forst und Garten und dem Wirtschaftshof ansprechend gestalteten Randbereich der Geschiebesperre.

 

Die Sanierung und Optimierung der Geschieberückhalteanlage, Sohl- und Ufersicherungen sowie Gewässerpflegemaßnahmen sind in dem Projekt enthalten, das insgesamt 325.000 Euro kostet. Die Winkelstützsperre mit anschließendem Ablagerungs- bzw. Retentionsbecken ist das Schlüsselbauwerk. „Die Sperre fasst etwa 1.000 m³ Material. Auch das in einer Hochwasserwelle verbleibende Schwemmholz und Grobgeschiebe kann zurückgehalten werden“, so Unterweger.

 

v.l.n.r.: Martin König, Leiter der Abteilung Forst und Garten, sowie Wirtschaftshof-Leiter Albert Stocker sind mit ihrem Personal für die Pflege und Wartung des Bereiches zuständig.

 

Bgm. Elisabeth Blanik und Oskar Januschke (Leiter der Abteilung Umwelt- und Zivilschutz) wiesen auch auf das umfassende Risiko- und Katastrophenschutzmanagement der Stadt Lienz in Zusammenarbeit mit der Firma alpS hin. Lienz gilt in diesem Bereich als Vorzeigestadt und wurde für ihr Engagement auch schon von der UNO ausgezeichnet. „Lienz ist nicht nur eine Sonnenstadt, sondern auch eine Stadt im alpinen Raum. Deswegen bestimmten auch Naturgefahren unser Leben. Ich wünsche mir jedenfalls, dass der Taxerbach immer ein kleines Bachl bleibt“, betonte die Bürgermeisterin.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

29. Juni 2017 um