Lienz plant großes Hochwasserschutzprojekt
Die Hochwasserverbauung der Isel war am 14.7. zentrales Thema im Lienzer Gemeinderat. Beschlussfassung für das rd. 4,5 Mio. Euro teure Projekt, das Ende 2015 eingereicht werden soll.
Die Osttiroler Bezirkshauptstadt ist auf ein mögliches hundertjährliches Hochwasser nicht ausreichend vorbereitet. Aus diesem Grund wird bereits seit einigen Jahren an einem „Hochwasserprojekt Isel-Lienz“ gefeilt, in das neben DI Peter Hanisch vom DonauConsult Ingenieurbüro/Wien auch DI Stephan Senfter vom Osttiroler Unternehmen Revital und DI Stefan Thalmann von der Oberkärntner Architekturinitiative OKAI involviert sind.
DI Hanisch, DI Senfter und DI Thalmann skizzierten am Dienstagabend in der Lienzer Liebburg geplante Hochwasserschutzmaßnahmen und gestalterische Varianten.
Die drei Experten präsentierten dem Lienzer Gemeinderat am Dienstag einen Mix aus notwendigen Maßnahmen und ökologischen wie erholungsfunktionellen Aspekten. DI Hanisch, für den technischen Part des Projektes verantwortlich, erläuterte, dass die Isel als Gletscherfluss viel Schotter und Steine mit sich führe. Dort, wo das Gefälle gering ist (Strecke zwischen dem Iselsteg und der Einmündung in die Drau), könnten sich bei einem außergewöhnlichen Hochwasserereignis riesige Mengen an Schotter auftürmen. Deshalb soll die Isel in diesem Bereich tiefer gelegt werden. Erforderlich sei weiters auch die Erhöhung der Ufermauern im Bereich der Pfarrbrücke um rund 1,2 Meter. Im Hochwasserschutzprojekt vorgesehen ist auch der Neubau des Iselsteges, der auf derzeitigem Stand bei einem Jahrhundertereignis überspült werden würde. Er soll durch eine höhere Brücke ersetzt werden.
Hochwasserverbauungen mit einem Investitionsbedarf von rd. 4,5 Mio. Euro sollen die Stadt Lienz vor den Folgen eines hundertjährigen Hochwasserereignisses schützen. Frühestmöglicher Baubeginn: Herbst/Winter 2016
DI Stephan Senfter/Revital stellte naturräumliche Gestaltungsvarianten vor, darunter sogenannte Buhnen und Ausweitungen bei der Schlossbrücke. Für den Hochwasserfall wurden hier größere Überschwemmungszonen eingeplant, bei Normalwasserstand können die Bereiche als Erholungsräume mit Zugang zum Wasser dienen. Ein Konzept für die Gestaltung der höheren Ufermauern im Stadtbereich stellte DI Thalmann vor. Sein Entwurf mit wellenförmigen Mauerabschnitten mit eingelassenen ovalen Ausbuchtungen stieß allerdings nicht bei allen Mandataren auf Gegenliebe.
Der Gemeinderat verabschiedete schließlich den Grundsatzbeschluss für die Hochwasserverbauung und den Investitionsrahmen von rd. 4,5 Mio. Euro, die Details der Ausgestaltung blieben offen. Ende 2015 will man das Projekt bei der Behörde einreichen. Anfang 2016 rechnet man mit einem rechtskräftigen Bescheid, um den Förderantrag vorbereiten und diesen zu Ostern 2016 einreichen zu können. Klappt alles wie geplant, könnte der Bund 70 Prozent der Kosten übernehmen. Als frühestmöglicher Baubeginn wurde der Herbst/Winter 2016 angegeben.
Text: J. Hilgartner, Fotos: Stadtgemeinde Lienz, Osttirol heute/HK.
