Lienz: Grüne treten mit Team um Gerlinde Kieberl an

In Lienz wollen die Grünen zu alter Stärke finden und nach der Wahl am 28. Februar wieder in den Gemeinderat einziehen – zwei Mandate als Ziel, erst Gerlinde Kieberl fix.

„Neues Spiel, neues Glück“ – so leitete Thomas Haidenberger, Osttiroler Bezirkssprecher der Grünen, das Pressegespräch am Freitagnachmittag, 15. Jänner 2016, ein. Man sei gerade dabei, die Liste für die Gemeinderatswahl am 28. Februar zu erstellen, und es sei einigermaßen schwierig, Kandidatinnen und Kandidaten zu finden. Fix sei, dass Gerlinde Kieberl – sie war bereits von 2004 bis 2010 Gemeinderätin – die Liste auf der ersten Position anführen wird. „Bei der Wahl vor sechs Jahren haben wir ein Mandat um 13 Stimmen verfehlt. Jetzt haben wir einmal sechs Jahre zugeschaut, wie es in Lienz ohne die Grünen geht. Ich bin zum Schluss gekommen, dass wieder mehr Farbe in die Stadtpolitik gehört. In vielen Gesprächen haben wir Menschen zu motivieren versucht, bei uns mitzumachen. Unser Ziel ist es, zwei Mandate zu erreichen“, erklärte die Spitzenkandidatin.

Man wisse zwar schon weitere Kandidatinnen und Kandidaten, die sich auf der Liste finden werden, wolle diese zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht bekannt geben. „Wir wollen noch weitere interessierte und engagierte BürgerInnen einladen, bei uns mitzumachen. Wir möchten uns öffnen und laden auch Menschen ein, die nicht bei den Grünen Mitglied sind“, so Haidenberger. „Grüne & Unabhängige Team: GUT für Lienz“ heißt aus diesem Grund auch die Liste.

Gerlinde Kieberl und Thomas Haidenberger stellten erste Details der Kandidatur der Grünen bei der Gemeinderatswahl in Lienz vor.

Gerlinde Kieberl und Thomas Haidenberger stellten erste Details der Kandidatur der Grünen bei der Gemeinderatswahl in Lienz vor.

Die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs und den „Neubau“ der Schule Nord nannte Gerlinde Kieberl als Hauptthemen. „Es gibt immer noch den Vorrang des Pkw-Verkehrs. Das Verkehrs- und Radwegekonzept, das Radfahrer und Fußgänger begünstigt, muss endlich umgesetzt werden“, meinte Thomas Haidenberger dazu. Zur Diskussion um die „Modellregion Gesamtschule“ meinte Gerlinde Kieberl: „Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann wäre eine Modellregion für eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen in Osttirol für uns denkbar.“

Man sei sich auch bewusst, dass das Thema „Flüchtlingsströme“ die Politik noch weiter beschäftigen wird. „Es gibt in Osttirol ein gutes Bewusstsein zu diesem Thema. Ich bin ein wenig stolz darauf, dass es bisher zu keinen Protesten gekommen ist und dass im Bezirk das Engagement der BürgerInnen sehr groß ist. Es sind aber auch Ängste spürbar. Ich habe die Hoffnung, dass wir die Situation auch in Zukunft unaufgeregt bewältigen. Ich finde die dezentrale Unterbringung eine gute Lösung. Man müsste meiner Meinung nach forcieren, dass mehr Menschen AsylwerberInnen auch bei sich zu Hause aufnehmen“, so Gerlinde Kieberl.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

15. Januar 2016 um