Lienz: Bisherige VP-Stadträte nehmen Mandate nicht an
Die beiden Vize-Bgm. Meinhard Pargger und DI Stephan Tagger sowie Stadtrat Christian Zanon werden dem neuen Lienzer Gemeinderat nicht mehr angehören.
In einer am Mittwoch, 2. März 2016, um 17.00 Uhr, eilig einberufenen Pressekonferenz erklärten die drei bisherigen Stadträte der Lienzer Volkspartei, dass sie ihre Mandate nicht annehmen und dem künftigen Gemeinderat der Stadt Lienz nicht mehr angehören werden. Bei der Gemeinderatswahl am 28. Februar konnte die ÖVP in Lienz nur mehr 33,91% der Stimmen für sich verbuchen und fiel damit von elf auf sieben Mandate zurück. Meinhard Pargger erreichte bei der Bürgermeisterwahl 28,43% der Stimmen, und so wurde LA DI Elisabeth Blanik ohne Stichwahl wieder Lienzer Bürgermeisterin. „Am Sonntag war ich sehr enttäuscht, aber bereits am Montag war die Seele wieder frei. Ich begegne den Wählerinnen und Wählern mit Respekt und übernehme die Verantwortung sowohl für das schlechte Abschneiden bei der Gemeinderats-, als auch bei der Bürgermeisterwahl. Ich verzichte daher auf mein Mandat“, sagte Meinhard Pargger einleitend.
Meinhard Pargger: „Hubert Huber und Fridolin Zanon sind meine politischen Vorbilder. Ich habe es immer großartig gefunden, dass sie sich nach ihrem Ausscheiden nicht mehr einmischen. Ich werde das genauso halten.“
Das schlechte ÖVP-Ergebnis sei nicht das Resultat des zweimonatigen Wahlkampfs, sondern jenes von fünf Jahren Arbeit, meinte Stephan Tagger. „Wir hatten sowohl im Stadt-, als auch im Gemeinderat sowie in allen Ausschüssen die Mehrheit. Die Wähler der Stadt Lienz haben unsere Leistungen mit ihrer Wahl quittiert. Nicht eine Person, sondern der Stadtrat als quasi Geschäftsführung hat anscheinend zu wenig zusammengebracht. Wir müssen deshalb zurücktreten“, so Tagger. Als Unternehmer hätte er einen hohen Anspruch an sich selber, so habe er es auch in der Politik immer gehalten, sagte Christian Zanon. „Die letzten Jahre waren sehr arbeitsintensiv. Ich trage als Stadtrat auch die Verantwortung und nehme mein Mandat nicht an“, so Zanon, der von allen drei ÖVP-Politikern am meisten berührt vom Ende seiner politischen Laufbahn in der Stadt wirkte.
Stephan Tagger: „Wir als Stadtrat haben nicht das zusammengebracht, was sich der Wähler erwartet hat, und müssen deshalb zurücktreten.“
In den letzten drei Tagen seien intensive Gespräche innerhalb der ÖVP-Fraktion geführt worden. „Wir haben uns darauf verständigt, dass Mag. Hildegard Goller die zukünftige politische Arbeit für die Stadt gestalten wird. Wir sind überzeugt, dass sie ihren Weg mit den ausgezeichneten Persönlichkeiten auf unserer Liste findet“, so Pargger. Bis zur konstituierenden Sitzung des Gemeinderates am 18. März soll Goller ihr Team zusammengestellt haben. Alle drei bisherigen ÖVP-Stadträte waren 18 Jahre – also drei Perioden – Mandatare des Lienzer Gemeinderates. Schritt für Schritt würden nun die Weichen – auch was die Stadt-ÖVP betrifft – neu gestellt. Die absolute Mehrheit – die ÖVP stellte im letzten Gemeinderat elf von 21 Mandataren – sei auch eine Bürde gewesen, meinte Meinhard Pargger. „Die Bürgermeisterin hat da immer sehr klug gehandelt. Erfolge hat sie als Vertreterin der Gemeinde geschickt nach außen verkauft, und wenn etwas nicht gepasst hat, waren meist wir mit der absoluten Mehrheit Schuld“, so Pargger.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images


