LH Platter bezeichnet TAP als „Vorzeigeprojekt“
Das Tirol Archiv Photographie soll sich zum Kompetenzzentrum für die Digitalisierung und Archivierung von Lichtbildern entwickeln – Ausdehnung auf das Trentino geplant.
Gegründet wurde das Tiroler Archiv für photographische Dokumentation und Kunst Lienz-Bruneck (TAP) im Jänner 2011 als grenzüberschreitendes EU-Interreg-Projekt für die Regionen Osttirol und Südtiroler Pustertal mit der Zielsetzung, historische Fotobestände zu sammeln, zu digitalisieren und zu archivieren. In den vier Jahren des Bestehens ist die Anzahl der gesammelten und digitalisierten Aufnahmen in Lienz und Bruneck auf über 415.000 Stück angewachsen.
Vereinsobmann Dr. Richard Piock: „Es ist erfreulich, dass eine kulturelle Institution wie das TAP in Zeiten knapper Budgets als Einrichtung erhalten werden kann, die die europäischen Verpflichtungen zu Cultural Heritage auf regionaler Basis in einer Private-Public-Partnerschaft pragmatisch umsetzt.“
Das Interreg-Projekt TAP befindet sich bereits in der Verlängerung und wäre mit 31. März 2015 ausgelaufen. „Das Archiv wäre also in Kürze Geschichte gewesen, hätte nicht die Tiroler Landesregierung für die Periode bis 30. Juni 2016insgesamt 180.000 Euro und die Kulturabteilung der Südtiroler Landesregierung 120.000 Euro zur Finanzierung beigetragen“, so Ideengeber und TAP-Obmann Dr. Richard Piock am Donnerstag, 26. März 2015, anlässlich des Besuches von Landeshauptmann Günther Platter. Dieser bezeichnete das TAP als „konkretes Projekt, durch das die Menschen spüren, dass im geschichtsträchtigen Raum Tirol-Südtirol-Trentino hervorragend zusammengearbeitet wird“.
LH Günther Platter: „Unsere Vorfahren haben die Zerreißung Tirols schmerzhaft miterleben müssen. Das TAP ist nicht nur ein hervorragender Gedächtnisspeicher, sondern auch ein Vorzeigeprojekt in der Europaregion Tirol, das von der Bevölkerung mitgetragen und vor allem auch aktiv mitgestaltet wird.“
Archivleiter und Historiker Dr. Martin Kofler stellte das Thema „Vertrauen“ in den Mittelpunkt seines Rückblickes auf vier Jahre Tiroler Photoarchiv. „Ohne vertrauensbildende Maßnahmen gegenüber der Bevölkerung und den Bildgebern wäre es nicht möglich gewesen, dass das TAP in nur vier Jahren eine derartige Strahlkraft mit mehr als 415.000 Bildern erreicht“, betonte Kofler. Was an Fotobeständen vor allem auch von Privatpersonen bisher zur Verfügung gestellt wurde, bezeichnete der TAP-Leiter als sensationell.
TAP-Leiter Dr. Martin Kofler: „Wir wollen zur Normanstalt für einheitliche, qualitätsvolle Digitalisierung und moderne Archivierung von Lichtbildern werden. Verstärkt möchten wir auch Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für Chronisten, Archivare, Museumsangehörige etc. anbieten.“
Aufbauend auf den derzeitigen Beständen in Lienz und Bruneck soll sich das Archiv zum Kompetenzzentrum für Digitalisierung und Archivierung von Fotos entwickeln. „Wichtig ist uns besonders auch, das TAP in Zukunft auf das Trentino als Teil der Europaregion Tirol auszudehnen. Deshalb werde ich demnächst in das Trentino reisen, um auch dort unser Netzwerk weiter auszubauen“, so Kofler.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger
