„Letztlich kocht jeder seine eigene Suppe“

WB-Obmann Christian Zanon wundert sich dieser Tage über den Wirbel, den die Broschüre der Agrarmarketing Tirol verursacht. Er ortet im Bezirk mangelnde Selbstreflexion.

In der Broschüre wurde bekanntlich in einer Landkarte Tirols darauf „vergessen“, Osttirol zu verorten. „Das ist ohne Zweifel ein Fauxpas, allerdings dürfen wir Osttiroler auch vor der eigenen Türe kehren, denn viele begreifen Osttirol noch immer nicht als eine Marke, eine Einheit“, so Zanon.

„Immer wieder höre ich in Diskussionen, dass Osttirol als eine Marke beworben werden sollte. Fakt ist, dass in der Praxis dann doch Kleinregionen, Gemeinden beziehungsweise Täler ihre eigene Suppe kochen. Da brauchen wir uns dann nicht zu wundern, dass wir Osttiroler von außen als zerstrittener Haufen und Blinddarm Tirols wahrgenommen werden“, führt Zanon aus. Er plädiert indes für ein verstärktes Osttirol-Denken: „Wenn wir unseren Bezirk vorwärts bringen wollen, muss endlich der Neid untereinander aufhören und eine Kultur des Miteinanders erlernt werden“.

In der Vergangenheit seien bereits zahlreiche wirtschaftliche Projekte zum Nachteil der Region Osttirol auf der Strecke geblieben, weil man mehr Zeit damit verbracht habe, sich zu bekämpfen, anstatt an konstruktiven und zukunftsfähigen Lösungen zu arbeiten.

Er ist sich sicher: Eine Marke kann zahlreiche individuelle Produkte bewerben, es müssen aber alle Regionen des Bezirks die Marke Osttirol konsequent mittragen. „Das ist der zugegebenermaßen banal klingende Beitrag, den jeder Einzelne und jede Teilregion leisten kann, um sowohl das Eigenbild als auch das Fremdbild Osttirols mit zu gestalten“.

Text: Redaktion, Foto: Brunner Images

18. Juli 2012 um