Sanierungsbedarf für Leitungen steigt stark an
Mit der Initiative VOR SORGEN sollen die Gemeinden bei Erhalt und Sanierung des in die Jahre gekommenen Wasserleitungs- und Kanalnetzes unterstützt werden.
Die Zukunft der Trinkwasser- und Abwassersysteme waren ein großes Thema bei der Kommunalmesse innocom, die von 19. bis 21. Februar in der Innsbrucker Messehalle stattfand. 6 300 Kilometer Trinkwasserleitungen und 8 400 km Kanalnetz sorgen in Tirol für die Versorgung mit Trinkwasser und die fast lückenlose Reinigung des Abwassers. Doch das Leitungsnetz ist in die Jahre gekommen – 35% der Wasserleitungen und 15% der Abwasserkanäle sind in Tirol über 40 Jahre alt. „Jetzt ist es wichtig, dass wir unser Tiroler Wasser für die kommenden Generationen sichern“, so der für Siedlungswasserwirtschaft zuständige LH-Stv. ÖR Josef Geisler, „deshalb unterstützt das Land Tirol die Gemeinden auf allen Ebenen bei dieser Aufgabe.“
Mit der Initiative VOR SORGEN soll das Bewusstsein für den Wert tadelloser Trinkwasser- und Abwassersysteme gestärkt und die Gemeinden mit einer Informationsplattform unterstützt werden. „Die Infrastruktureinrichtungen im Wasser- und Kanalbereich haben einen großen Wert und müssen erhalten werden. Das soll durch Aktionen der österreichischen Wasserbranche verstärkt ins Bewusstsein gerufen werden“, betont der seit vergangenen Dezember für die Wasserwirtschaft zuständige Landwirtschafts- und Umweltminister DI Andrä Rupprechter.
Ing. Andreas Pfurner, Bgm. von Nußdorf-Debant: „Wir überwachen die Rohre laufend, teilweise auch durch Kamerabefahrungen. Dadurch sollen Schäden frühzeitig erkannt werden, und wir können die entsprechenden Maßnahmen treffen.“
Im Jahr 2012 wurde im gesamten Bundesgebiet der Investitionsbedarf bis 2021 für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung erhoben – Tirols Gemeinden und Gemeindeverbände meldeten 730 Mio. Euro Investitionsbedarf, um das Leitungsnetz, die Kläranlagen, Wasserwerke, Quellfassungen, Tiefbrunnen und Hochbehälter erhalten bzw. sanieren zu können.
Der Bürgermeister von Nußdorf-Debant, Ing. Andreas Pfurner, ist Geschäftsführer des größten Osttiroler Abwasserverbandes. 15 Gemeinden von Nikolsdorf im Süden bis St. Johann im Walde im Norden gehören dem Abwasserverband Lienzer Talboden an. „In den letzten drei Jahren haben wir einen Kanalleitungskataster über 25 km – also die Hälfte des Kanalnetzes unseres Verbandes – erstellt. Der Kataster dient der Beurteilung des Zustandes der Rohre und der Erhebung des Sanierungsbedarfes“, so Pfurner. In der Marktgemeinde Nußdorf-Debant wird ein Wasser- und Kanalleitungskataster erstellt – mit Vermessung und Kamerabefahrung. „Wir wollen die Rohre laufend überwachen, um Schäden frühzeitig zu erkennen und wenn notwendig ordnungsgemäß zu sanieren. Der Kostenaufwand für die Erstellung des Katasters beträgt in der Gemeinde Nußdorf-Debant rund 200.000 Euro“, so der Bürgermeister abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: IKB, Journal