Landtagswahl: SPÖ präsentierte ihr Team für Osttirol

Die Teuerung, die Klima- und Energiekrise, Raumordnung sowie Wohnen, Kinderbetreuung und Frauenrechte wurden bei der Listenpräsentation als Hauptthemen genannt.

„Stärker werden“, nannte Spitzenkandidatin LA Bgm. DI Elisabeth Blanik bei der Präsentation der Osttiroler Kandidatinnen und Kandidaten der SPÖ für die Landtagswahl am 25. September als Wahlziel. Als Zweite der Landesliste hinter Landesparteiobmann Georg Dornauer ist ihr ein Sitz im nächsten Tiroler Landtag wieder sicher. „Mit der Teuerungswelle, der Energie- und Klimakrise und vielem mehr sind wir derzeit mit Krisen konfrontiert, wie wir sie so massiv noch nie hatten. Wir können dies alles nur gemeinsam und solidarisch schaffen. Und dafür steht die SPÖ Tirol“, so die Landtagsabgeordnete und Lienzer Bürgermeisterin einleitend.

Als Wohnbausprecherin der SPÖ im Tiroler Landtag seien ihr außerdem die Themen Wohnen und Raumordnung besondere Anliegen. „Die Versiegelung unserer Grundflächen ist ein großes Themen. Wir brauchen aber auch Grund für den Wohnbau und die Wirtschaft. Nur in einem gemeinsamen Kraftakt können wir eine Balance zwischen den Interessen der Bevölkerung (Wohnen), der Landwirtschaft und der Wirtschaft herstellen“, so Blanik.

Christopher Handl, Zweiter auf der Bezirksliste, will sich vor allem für die Themen Jugend und Kultur einsetzen. „Um die Vielfalt der Tiroler Kultur zu erhalten und auszubauen, braucht es dringend die Aufstockung des Kulturbudgets“, so der Lienzer Gemeinderat und SP-Bezirksgeschäftsführer. Evelyn Müller will sich vor allem für Frauen, Familien und Kinder stark machen. „Durch flächendeckende kostenlose Kinderbetreuung muss es möglich gemacht werden, dass junge Familien in der Region bleiben. Ein wachsendes Problem ist leider auch die Gewalt an Frauen. Hier muss das Schutz- und Betreuungsangebot dringend ausgebaut werden“, so Müller.

ÖGB-Regionalvorsitzender Martin Strasser sprach insbesondere das Thema „Pflege“ an. „Es gab im Zuge der Pandemie viele Versprechungen für Mitarbeiter*innen im Pflegebereich – unter anderem zwei zusätzliche Monatsgehälter, aufgeteilt auf zwei Jahre. Die Politik muss sich endlich dazu bekennen, diese Maßnahmen auch umzusetzen“, so Strasser.

Pensionistin Beatrix Erler sprach die Schwierigkeiten bei der Auszahlung von Zuschüssen und Einmalzahlungen an. „Wir hatten in den letzten Tagen verstärkt Anfragen wegen solcher Auszahlungen – z.B. in Sachen Teuerungsbonus. Hier sind die Pensionistinnen und Pensionisten extrem verunsichert. Sie wurden und werden einfach zu wenig informiert. Es kann nicht sein, dass Empfänger einer Mindestpension die geringsten Zuschüsse bekommen. Hier sind sicher auch Fehler passiert“, so Erler.

Das Thema Teuerung nannte Elisabeth Blanik als eine der größten Herausforderungen: „Die Anzahl der Kund*innen im Sozialladen SoLaLi sind in den letzten Monaten stark angestiegen, und mir wird auch berichtet, dass es bei den Tafeln immer mehr Klient*innen gibt.“ Zur Frauenpolitik in Tirol sprach die Spitzenkandidatin zum Abschluss noch das Thema „Abtreibung“ an. „Im konservativen Tirol ist die Abtreibung ein stark tabuisiertes Thema. Wir müssen dies aber endlich aufgreifen, weil Frauen dadurch in massive Krisensituationen kommen. Hier ist das Land in der Verantwortung. Neben dem Ausbau der Beratung muss es endlich auch in Tirol möglich werden, dass Abtreibungen an öffentlichen Krankenhäusern durchgeführt werden.“

 

Kandidatenliste der SPÖ Osttirol

1. Elisabeth Blanik, geb. 1966, Landtagsabgeordnete/Bürgermeisterin
2. Christopher Handl, geb. 1996, Geschäftsführer
3. Evelyn Müller, geb. 1985, Angestellte/Studentin
4. Martin Strasser, geb. 1971, Portier Wohn- und Pflegeheim Matrei i.O.
5. Beatrix Erler, geb. 1955, Pensionistin
6. Michael Faitelli, geb. 1964, Produktionsmitarbeiter

 

Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute/Mühlburger

05. September 2022 um