In Thal entsteht neue Bahnunterführung
Der letzte beschrankte Bahnübergang auf der B 100 Drautalstraße in Osttirol wird durch eine Bahnunterführung ersetzt – das Land Tirol investiert 3,3 Mio. Euro.
Beim Bau der Bahnunterführung Thal handelt es sich um die derzeit größte Baustelle in Osttirol – die Spatenstichfeier erfolgte am Freitag, 24. März 2016, im Beisein von LH-Stv. ÖR Josef Geisler. Die Unterführung der ÖBB-Trasse wird durch einen rund 60 Meter langen Tunnel in offener Bauweise hergestellt. „Der sehr flache Kreuzungswinkel der Straße mit der Bahntrasse fordert die Baulogistik in besonderer Weise. Die Errichtung der Unterführung kann nur abschnittsweise und mit dem Einsatz von Bahnhilfsbrücken bewerkstelligt werden“, so DI Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes Lienz.

Die Straße wird mit einer 250 Meter langen Rampe abgesenkt. Das Unterführungsbauwerk unterhalb der Bahntrasse ist 60 Meter lang. Daran anschließend wird die Straße auf einer Länge von 230 m wieder auftauchen und befindet sich dann auf Höhe des Lahnbachdurchlasses wiederum auf der ursprünglichen Trasse der B 100. Die derzeitige Kuppe vor dem Bahnhof Thal wird abgetragen, ebenso der bestehende Lahnbachdurchlass. Dieser wird als Stahlbetonrechteckdurchlass neu hergestellt.
LH-Stv. Josef Geisler: „Durch Infrastrukturprojekte wie dieses wollen wir die Erreichbarkeit auch der peripheren Regionen sichern und versuchen, die Abwanderung einzudämmen.“
Von einer besonders kritischen Gefahrenstelle in der Gemeinde, die jetzt entschärft wird, sprach der Asslinger Bgm. Bernhard Schneider, MBA. „Es gab an dieser Stelle viele tragische Unfälle, auch mit Todesfolge. Die Wartezeiten am Bahnübergang haben zuletzt durch das steigende Verkehrsaufkommen bis zu 120 Minuten am Tag gedauert. Die Unterführung bringt sowohl für die Sicherheit als auch in Bezug auf die Lärmbelästigung Vorteile“, so Schneider. Die Aufrechterhaltung des Verkehrs auf der Straße und der Schiene nannte DI Günter Guglbauer vom Sachgebiet Brücken- und Tunnelbau der Landesbaudirektion als besondere Herausforderungen. „Die Linienführung in diesem Bereich wird begradigt, und der Stop and Go-Lärm fällt nach Fertigstellung der Unterführung komplett weg“, so Guglbauer.
Vertreter des Landes und der Gemeinde, der ausführenden Firma HABAU und der ÖBB nahmen den Spatenstich in Thal-Römerweg vor.
Investiert werden insgesamt 3,3 Mio. Euro. Von einem Mehrwert für Verkehrsteilnehmer und Anrainer sprach auch LH-Stv. Josef Geisler. „Es handelt sich hier um eine überaus neuralgische Stelle, was die Sicherheit betrifft. Mir ist es wichtig, dass die finanziellen Ressourcen des Landes nicht nur in den Zentralräumen gebündelt, sondern dass auch in den peripheren Regionen Projekte umgesetzt werden. Ich freue mich schon, wenn wir nach der Fertigstellung im November 2016 hier ein großes Fest feiern“, so Geisler.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger, Land Tirol/Angerer
