Land stellt Weichen für zusätzliche Ärzteausbildung
Aufgrund des sich abzeichnenden Ärztemangels soll mit dem Studienjahr 2018/19 ein zusätzliches Universitätsstudium für Humanmedizin eingeführt werden.
Im Anschluss an die Regierungsklausur in Imst gab die Regierungsspitze am Dienstag, 12. Jänner 2016, bekannt, dass grünes Licht dafür gegeben wurde, ein detailliertes Konzept für zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten für Ärztinnen und Ärzte zu erstellen. „Unser klar definiertes Ziel ist es, ein zusätzliches Universitätsstudium für Humanmedizin einzuführen. Derzeit steuern wir auf einen Ärztemangel zu, deshalb müssen wir jetzt handeln und den medizinischen Nachwuchs sichern“, so LH Günther Platter.
Die Weichen sollen dabei so gestellt werden, dass das zusätzliche Universitätsstudium für Humanmedizin im Studienjahr 2018/19 mit 100 bis 120 Studienplätzen startet. In weiterer Folge sei im Sinne der Europaregion eine Einbindung von Südtirol und Vorarlberg angedacht. Aufgrund der Zulassungsbeschränkungen im Medizinstudium hat sich die Anzahl der AbsolventInnen der Humanmedizin um 22% verringert. Darüber hinaus zeigen Daten der Österreichischen Ärztekammer, dass bis zu 40% der AbsolventInnen nicht in Österreich tätig werden. Außerdem müssen allein die „tirol kliniken“ aufgrund der Novelle zum Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz 150 zusätzliche ÄrztInnen anstellen. Auch durch die Pensionierungswelle innerhalb der Ärzteschaft in den nächsten Jahren werden Stellen frei. „Bereits jetzt kommt es zu Engpässen bei der Nachbesetzung von Ausbildungsstellen – wir sehen also dringenden Handlungsbedarf“, erklärt Gesundheitslandesrat DI Dr. Bernhard Tilg den Plan, zusätzliche Studienplätze zu schaffen.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Land Tirol/Berger
