Land beschloss 25 Mio. Euro-Paket für Osttirol
Die Tiroler Landesregierung tagte erstmals außerhalb Innsbrucks am 25. Juni 2013 im Matreier Tauernhaus und beschloss ein Unterstützungspaket für Osttirol
Mit diesem Doppelstockbus fuhren die Mitglieder der Tiroler Landesregierung in zwei Stunden und 35 Minuten von Innsbruck nach Lienz. Im Matreier Tauernhaus tagte erstmals eine Tiroler Regierung außerhalb der Landeshauptstadt.
Mit dem Doppelstockbus, der im Schienenersatzverkehr zwischen Lienz und Innsbruck zum Einsatz kommt, reisten die Mitglieder der Tiroler Landesregierung am Dienstag, 25. Juni 2013, von Innsbruck kommend über den Brenner und Lienz in das Matreier Tauernhaus. Dort tagte erstmals eine Tiroler Landesregierung außerhalb Innsbrucks. Eine knappe Stunde dauerte die Sitzung. Im Anschluss gab die neue schwarz-grüne Regierung mit Landeshauptmann Günther Platter an der Spitze die Details eines Unterstützungspaketes für Osttirol bekannt.
Die Spitze der Tiroler Landesregierung beriet sich in Matrei auch mit FAG-Vorstandsdirektor Mag. Karl Poppeller über die weitere Vorgangsweise am Felbertauern.
„Erste Priorität hat nach dem Felssturz und der Sperre der Felbertauernstraße die Wiederherstellung der Straßenverbindung. Bis Ende Juli soll die Ersatzstraße vom Tauernhaus zum Südportal fertig sein“, erklärte Platter. Den Schaden des Felssturzes bezifferte der Landeshauptmann mit 34,5 Mio. Euro inklusive des Entganges von Mauteinnahmen. Die Tiroler Landesregierung hat in ihrer Sitzung in Osttirol ein Maßnahmenpaket von rund 25 Mio. Euro für den Bezirk Lienz beschlossen und wird dieses als dringliche Regierungsvorlage dem morgen Mittwoch beginnenden Landtag zur Beschlussfassung vorlegen. „Wir wollen mit diesem Paket einer Schwächung der Osttiroler Wirtschaft entgegenwirken. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass die Felbertauernstraße ab Ende September wieder einspurig befahrbar ist. Die Lawinen- und Steinschlaggalerie soll auf ihrer bisherigen Strecke von rund 800 Metern wieder hergestellt werden“, sagte Platter.
Die schwarz-grüne Landesregierung vor dem Matreier Tauernhaus, LR Mag. Johannes Tratter fehlte.
Von den 25 Mio. Euro kommen 13,5 Mio. Euro aus dem Katastrophenfonds und fließen der Felbertauernstraße AG (FAG) zu, für 10 Mio. Euro werden Bund und Land eine Kapitalaufstockung bei der FAG vornehmen, eine Summe von 800.000 Euro kommt Osttiroler Unternehmen als Wirtschaftsförderung für Nachteile aus der Straßensperre zugute. Außerdem stellt das Land 500.000 Euro für den Osttiroler Tourismus zur Verfügung, 300.000 Euro davon kommen aus dem Tiroler Tourismusförderungsfonds. „Mit diesen Marketingmitteln soll über die Eröffnung der Ersatzstraße informiert und mittelfristig die Region mit Werbemaßnahmen verstärkt ins Schaufenster gestellt werden“, erklärte Platter dazu.
Informierten über ein umfassendes Unterstützungspaket für Osttirol: v.l.n.r.: LH-Stv. Mag. Ingrid Felipe, LH Günther Platter und LH-Stv. ÖR Josef Geisler
LH-Stv. Mag. Ingrid Felipe informierte über Beschlüsse betreffend den Pendlershuttle am Felbertauern und die Zug- bzw. Busverbindung zwischen Lienz und Innsbruck. „Wir haben ein Öffi-Paket für Pendlerinnen und Pendler geschnürt. Der Pendlershuttle wird auf vielfachen Wunsch am Freitagmittag mit einem zusätzlichen Bus auf der Strecke von Kitzbühel über Mittersill nach Osttirol verstärkt“, berichtete Felipe. Sie lobte die Busverbindung zwischen Innsbruck und Lienz als schnell und komfortabel. „Mit dem Doppelstockbus haben wir heute von Innsbruck nach Lienz nur zwei Stunden und 35 Minuten gebraucht. Außerdem gab es durchgehend eine WLAN-Verbindung, was im Zug nicht immer der Fall ist“, so Felipe. Sie kündigte an, dass es ab Dezember 2014 eine direkte Zugverbindung zwischen Lienz und Franzensfeste geben wird. „Als Ersatz für die Direktverbindungen zwischen Lienz und Innsbruck sollen ab heurigem Dezember drei Schnellbusverbindungen täglich am Morgen, zu Mittag und am Abend von Lienz nach Innsbruck und retour geführt werden“, so die LH-Stellvertreterin.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: ÖVP, Brunner Images, R. Mühlburger



