LA Josef Schett wehrt sich gegen neue Bio-Richtlinien
Biobauer Josef Schett fordert die Einführung praxisgerechter Bio-Richtlinien für Bauern in extremen Berglagen und wundert sich über die Reaktion von LK-Präsident Hechenberger.
Bezug nehmend auf seine Forderung nach praxisgerechten Richtlinien für Biobauern in Berglagen hätte LK-Präsident Josef Hechenberger völlig unsachlich und auch unrichtig reagiert, teilt der Osttiroler Landtagsabgeordnete Josef Schett (vorwärts Tirol) in einer Aussendung mit. „Hechenbergers Aussage, dass sich für die Biobauern nichts ändere, ist schlichtweg falsch. Es entspricht auch nicht den Tatsachen, dass es die Auslaufverordnung, die einen mindestens zweitägigen Auslauf pro Woche in den Wintermonaten vorschreibt, bereits seit 2009 gibt“, so Schett. Die Verordnung gäbe es seit Jänner 2011, und es hätte dadurch für Betriebe in extremen Steillagen bis 31. Dezember 2013 die Möglichkeit gegeben, um eine Ausnahmegenehmigung anzusuchen. Die Anträge mussten jedoch bis Ende 2010 gestellt werden. „Gemäß EU-Verordnungen sind 180 Auslauftage inklusive Weidetage vorgeschrieben, wobei der zweimalige Auslauf pro Woche in der weidefreien Zeit zusätzlich ohne Ausnahme und unabhängig von der Betriebsgröße verpflichtend ist“, erklärt Schett. Er ist seit 1986 Biobauer in Innervillgraten.
„Für Bio-Bauernhöfe in extrem steiler Berglage wie dem meinen würde es bei verpflichtendem Auslauf jede Woche neue Tiere brauchen, weil diese abstürzen würden. Derlei Probleme sind dem Landwirtschaftskammerpräsidenten anscheinend nicht bewusst“, so der Landtagsabgeordnete. Bio-Bauern würden mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Anteil zum Erhalt der Kultur- und Erholungslandschaft beitragen und speziell die Tiere von Bio-Bergbauernhöfen vielfach den gesamten Sommer auf den Almen verbringen und sich mit besten Kräutern ernähren.
Text: Redaktion, Foto: Journal/Sulzenbacher
