Landtagswahlen 2022: „Osttirol als Zukunftsregion erhalten und ausbauen!“

Am 25.9. wird in Tirol ein neuer Landtag gewählt und damit eine wichtige Weichenstellung für die nächsten Jahre, für ganz Tirol, aber auch für den Bezirk Lienz, getroffen.

Worum es aus seiner Sicht für Osttirol geht, hat uns LA Martin Mayerl (VP) erklärt. Der Dölsacher Bürgermeister und Bezirks-Bauernbundobmann, seit 2013 Abgeordneter im Tiroler Landtag, weiß um die anstehenden Herausforderungen, streicht aber auch die positive Entwicklung des Bezirkes Lienz in den vergangenen rund 15 Jahren heraus.

Herr LA Bgm. Mayerl, wie beurteilen Sie die derzeitige Lage im Bezirk?

Osttirol hat sich zuletzt gut entwickelt. Ich erinnere mich noch gut daran, dass unser Bezirk lange Zeit schlechter als andere Landesteile Tirols dastand – sowohl was das Wirtschaftswachstum, aber auch die Arbeitslosigkeit oder das Selbstbewusstsein betraf. Das hat sich zum Glück gewandelt, wobei dazu nicht nur die Politik beigetragen hat. Vielmehr waren es gemeinsame Anstrengungen vieler, aber vor allem der vielen tüchtigen UnternehmerInnen und MitarbeiterInnen. Dass wir heute keine Abwanderung mehr haben, ist ein positives Indiz dafür. Aus der Studie von Pöchhacker aus dem Jahr 2020 werden für Osttirol weitere folgenden Indikatoren besonders positiv beurteilt: die Steigerung der Frauenerwerbsquote, das hohe Bildungsniveau, eine höhere Geburtenrate, ein hoher Anteil an Arbeitskräften in innovativen Sektoren, eine ausgeglichene regionale Wirtschaftsstruktur, gute Kinderbetreuungseinrichtungen sowie der Ausbau der Breitbandversorgung.

Welche Impulse braucht es für die Zukunft, um Osttirol lebenswert zu halten?

Osttirol ist eine sonnen- und wasserreiche Region, was liegt näher, als dieses Potential stärker zu nutzen? Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat dabei vier wesentliche Vorteile: Energieunabhängigkeit, Preisstabilität, Standortvorteil sowie Klimaschutz. Auch die Nutzung unseres Arbeitskräftepotentials ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Durch die Pensionierungswelle der geburtenstarken Jahrgänge wird der Kampf um die Arbeitskräfte viele Branchen in den nächsten Jahren vor enorme Herausforderungen stellen. Damit werden auch gesellschaftliche, sozial- und gesundheitspolitische Aufgaben womöglich nicht mehr im bisherigen Ausmaß erfüllt werden können. Daher benötigt es, um nur einen wichtigen Punkt aufzuzeigen, steuerliche Anreize (Freibetrag) für Pensionisten, die gerne noch arbeiten könnten und dies auch tun würden. Weitere Faktoren, die eine Rolle spielen, sind der gezielte Ausbau von Kinderbetreuung und Mobilität. Osttirol hat sehr gute Kinderbetreuungseinrichtungen, dennoch müssen die Öffnungszeiten ausgeweitet und angepasst werden. Damit kann weiteres Arbeitskräftepotential, besonders von Frauen, wirksam werden. Bisher gab es einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab drei Jahren – zukünftig wollen wir das ab zwei Jahren garantieren. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs in den ländlichen Regionen muss verbessert werden, denn die Kosten für den eigenen PKW steigen enorm und nehmen jungen Familien Haushaltseinkommen im Vergleich zu Städten. Die Verschränkung von Bahn- und Buslinien mit Sharing- und Rufbussystemen beschäftigt das Regionalmanagement Osttirol schon seit längeren. Ich bin überzeugt, dass in Zukunft einiges in Bewegung kommt.

Hohe Kosten im Bereich des Wohnens sind in aller Munde. Wie kann „leistbarer Wohnraum“ überhaupt noch gewährleistet werden?

Die Zurverfügungstellung von leistbaren Wohnraum für junge Menschen stellt besonders für die Gemeinden und die gemeinnützigen Wohnbauträgern eine schwierige Aufgabe dar. Trotz knapper Ressourcen an Grund und Boden sollte mit vorausschauender Vertragsraumordnung und unter Nutzung von „weniger wertvollen“ Flächen dies teilweise gelöst werden können. Die Knappheit unserer Ressource Grund und Boden wird es auf jeden Fall aber notwendig machen, bestehende Gebäude und Ortskerne stärker zu revitalisieren.

Wolf und Bär beschäftigen nicht nur die Landwirtschaft, sondern die gesamte Bevölkerung. Als Bauernvertreter dürfte Ihnen dieses Thema besonders am Herzen liegen?

Der starke Schutz der großen Beutegreifer aus den 90er-Jahren (FFH und Berner Konvention) ist nicht mehr zeitgemäß und speziell der Wolf längst nicht mehr vom Aussterben bedroht. Die rechtlichen Möglichkeiten zur Entnahme von Problem- und Risikowölfen zur Sicherheit von Mensch, Schaf und Almwirtschaft müssen verbessert werden, davon bin ich fest überzeugt! Eine Koexistenz von Almwirtschaft, Tourismus und Jagd sehe ich gerade in einer hochalpinen Region wie Osttirol als unrealistisch an!

Was erhoffen Sie sich für den bevorstehenden Urnengang?

Wir wohlen klare Nummer 1 bei der Wahl sein und nach Möglichkeit prozentuell als stärkster Bezirk Tirols für die ÖVP punkten. Unser Ziel bleibt das Direktmandat für den Bezirk und die Hoffnung, dass die Wahlbeteiligung nicht sinkt. Nach den vielen Krisen der Vergangenheit, der Teuerung und Versorgungsengpässen braucht es Stabilität im Land Tirol und keine Experimente! Toni Mattle und die Tiroler VP sind ein Garant für Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und eine erfolgreiche Krisenbewältigung!

Danke für das Gespräch!

 

Text: Redaktion, Foto: © Tiroler Volkspartei

21. September 2022 um