Keine rasche Lösung für Übungsflüge im NP
Seit Jahren fordern Osttirols Bergretter, Hubschrauber-Übungsflüge im Nationalpark durchführen zu können. Am 23.4. wurde das Anliegen im Petitionsausschuss behandelt.
Während Bergretter im Kärntner und im Salzburger Teil des Nationalparks Hohe Tauern Übungen mit dem Hubschrauber durchführen können, fehlen im Tiroler Gesetz dafür die Grundlagen bzw. zeigte man von Seiten der Landesregierung lange Zeit kein Verständnis für das Anliegen. „Diese Regelung widerspricht unserer Ansicht nach nicht nur dem Gleichheitsgrundsatz und der Patientenrechts-Charta, sondern führt auch zu vielfältigen Problemstellungen für uns Bergretter”, erklärt dazu Peter Ladstätter, Leiter der Bergrettung Osttirol. Er hat, gemeinsam mit den Ortsstellenleitern von Lienz, Kals, Matrei, Virgen und Prägraten, im März 2015 eine Petition an Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa und seine beiden Stellvertreter gerichtet, in der die Möglichkeit von Hubschrauberflügen für Übungszwecke auch im Tiroler Anteil des Nationalparks Hohe Tauern gefordert wurde. Wenn das Hubschrauberübungsverbot nicht bis 1. Juni 2015 fällt, dann, so die Bergretter, wolle man sich im Nationalpark auf bodengebundene Einsätze beschränken und in keinen Hubschrauber mehr einsteigen.
Am 23. April wurde die Petition in Innsbruck nun im dafür zuständigen Ausschuss behandelt – mit einem wohl nicht nur für die Bergretter nicht zufrieden stellenden Ergebnis. Eine Lösung solle erst im Herbst 2015 vorliegen, erklärte etwa der Osttiroler Landtagsabgeordnete Martin Mayerl am 23.4. in einer Aussendung. Angesichts des Ultimatums der Bergretter wollen die Abgeordneten von VP und Grünen nun einen entsprechenden Antrag an die Landesregierung einbringen. Schon lange vorher hatten Osttiroler Vertreter der Oppositionsparteien im Tiroler Landtag die Forderung der Bergretter unterstützt. Sie üben nun erneut Kritik an der Verzögerungspolitik der Landesregierung. „Die Bergretter machen Freiwilligenarbeit im besten Sinne. Sie helfen in Not geratenen Menschen und bringen sich oft genug selbst in Gefahr. Offiziell werden das Ehrenamt und die Freiwilligkeit vom Land zelebriert, aber in erster Linie dann, wenn die `Wappele-Umhänger` im Rampenlicht stehen. Wenn allerdings die Freiwilligen im Rahmen ihres Einsatzes die Unterstützung für eine selbstverständliche rechtliche Absicherung ihrer Arbeit brauchen, dann fühlen sich die gleichen Zelebranten nicht zuständig“, kritisiert etwa impuls-Tirol Abgeordneter Josef Schett. Im Mai 2012 hatte FP-Politiker NR Bgm. Mag. Gerald Hauser und im Jänner 2015 die Osttiroler SP-Politikerin LA Bgm. DI Elisabeth Blanik ihre Anträge zur Unterstützung des Anliegens der Bergretter eingebracht. Geschlossen bereiten die Vertreter der Oppositionsparteien jetzt einen Dringlichkeitsantrag zum nächsten Landtag am 6. und 7. Mai 2015 vor.
Text: J. Hilgartner, Foto: Brunner Images
