Kals: 25-Jahr-Jubiläum des Nationalparks in Tirol gefeiert
Der Großglockner bildete die Kulisse zur Feier des Jubiläums im Beisein von LH Günther Platter und Minister Andrä Rupprechter – Glocknerwinkel als Info-Zentrum eingeweiht.
Im Jahre 1981 wurde der Nationalpark Hohe Tauern als erster Nationalpark in Österreich gegründet. Am 1. Jänner 1992 kam der Tiroler Anteil mit Inkrafttreten des Nationalparkgesetzes hinzu. Das 25-Jahr-Jubiläum wurde am Freitag, 15. September 2017, in der Glocknergemeinde Kals gefeiert. Schützen, Fahnenabordnungen, Bergführer und Einsatzorganisationen – allen voran die Bergrettung – marschierten beim neu geschaffenen „Glocknerwinkel“ am Fuße des höchsten Berges Österreichs auf. LH Günther Platter sowie Landwirtschafts- und Umweltminister Andrä Rupprechter waren genauso bei der Feierstunde dabei, wie zahlreiche Osttiroler Bürgermeister, Abgeordnete von Bund und Land, Wegbereiter des Schutzgebietes sowie Vertreter des Tourismus und der alpinen Vereine.
LH Günther Platter: „Unser Nationalpark ist nicht nur ein Schutzgebiet, sondern ein Naturjuwel mit Strahlkraft weit über die Grenzen Österreichs hinaus.“
„Der Nationalpark ist neben dem Großglockner und den Bergbahnen die wichtigste Säule des Tourismus in unserer Gemeinde. Wir pflegen eine wertschätzende und fruchtbringende Zusammenarbeit mit dem Nationalpark. Verständnis und ein aufeinander Zugehen im Tun bringen Entwicklung hervor“, so die Kalser Bgm. Erika Rogl in ihrer Begrüßungsrede. „Im Glanz der Hohen Tauern“ – Kalser Schulkinder sangen zum vom Matreier Hansl Klaunzer komponierten und von der Trachtenmusikkapelle Kals gespielten Nationalparkmarsch, bevor Nationalpark-Direktor Hermann Stotter den „Glocknerwinkel“ vorstellte. „Dieser Ort, den bis zu 80.000 Menschen jährlich besuchen, ist prädestiniert für ein Tor zum Nationalpark. Die Parkplatzsituation wurde gleichzeitig mit dem Bau der Service- und Infostelle neu geordnet. Hier erhält man Informationen über das Angebot der RangerInnen, zu Besonderheiten der Täler, über Lehrwege, Bildungs-Infrastruktur und vieles mehr“, so Stotter. Der Glocknerwinkel sei für ihn ein „Schaufenster“ in den Nationalpark mit dem wunderschönen Ködnitztal und dem höchsten Berg Österreichs im Hintergrund.
Minister Andrä Rupprechter: „Wie in den Donauauen gab es damals in den 1980er-Jahren auch hier in Osttirol einen Konflikt zwischen Naturschützern und Energiewirtschaft. Als Student habe ich in der Stopfenreuther Au gegen das Kraftwerk Hainburg demonstriert. Es war gut und richtig, hier in Osttirol einen Nationalpark zu schaffen.“
Landeshauptmann Günther Platter blickte zurück auf einen schwierigen Weg bis zum Beschluss des Nationalparkgesetzes im Oktober 1991: „Es gab Konflikte zwischen Ökologie und Ökonomie, zwischen Energiewirtschaft und Naturschutz. Heute freuen wir uns mit Kärnten und Salzburg, dass wir in Tirol ein Teil des größten Nationalparks Mitteleuropas sind.“ Auch Landwirtschafts- und Umweltminister Andrä Rupprechter erinnerte sich an die Zeit der Konflikte um das Werden des Nationalparks zurück. „1989 war ich Mitarbeiter im Büro von Franz Fischler. Wir besuchten die Umbalfälle, und es gab die Auseinandersetzung zwischen Schutz und Verbauung. Es war gut und richtig, hier einen Nationalpark zu schaffen, und wir können heute stolz darauf sein, was gemeinsam erreicht wurde“, so der Minister.
v.l.n.r.: NP-Dir. Hermann Stotter, LH Günther Platter, Bgm. Erika Rogl und Minister Andrä Rupprechter genossen den Ausblick auf das Ködnitztal vom Glocknerwinkel aus. Dass der Großglockner vollständig in Nebel gehüllt war, tat der guten Stimmung keinen Abbruch.
Andrä Rupprechter zeigte sich auch erfreut, dass in Kals mit dem Glocknerwinkel ein neues Infozentrum eröffnet werden konnte und bezeichnete das Ambiente als „natürlichen Dom, eingebettet in eine einzigartige Kulisse“. „In vorbildlicher Zusammenarbeit konnte dieses neue Zentrum hier in Kals geschaffen werden. Bei der Finanzierung hat sich die EU mit einer Förderung aus dem Programm für ländliche Entwicklung mit über 2 Mio. Euro eingebracht“, so Rupprechter, der sich zum 25-Jahr-Jubiläum des Tiroler Nationalpark-Anteiles bei Grundbesitzern, Vorkämpfern, Nichtregierungs-Organisationen und den damaligen Verantwortlichen von Politik und Verwaltung gleichermaßen bedankte.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger