Josef Schett fordert ein neues Tourismusgesetz

In erster Linie will der Osttiroler Landtagsabgeordnete eine Änderung im Wahlsystem erreichen und zusätzlich mehr kompetente Vertreter in den einzelnen Gremien. 

„Das Tourismusgesetz stammt aus der Zeit, als es noch kleine Ortsverbände gab, und ist mit Sicherheit nicht mehr zeitgemäß, deshalb brauchen wir dringend eine Novellierung!“, meint Vorwärts Tirol Landtagsabgeordneter Josef Schett vehement im Gespräch mit Osttirol heute. Seine wichtigsten Forderungen sind, dass bei zukünftigen Wahlen nur noch die Mitglieder persönlich abstimmen können, Vollmachten so wie bisher also nicht mehr erlaubt sind und dass außerdem jede Stimme gleich viel zählt, das Kurienwahlrecht mit den 3 Stimmgruppen also aufgehoben wird (Bisher zählt 1 Stimme von Stimmgruppe 1 circa soviel wie 98 Stimmen von Stimmgruppe 3.). Ausgenommen von dieser neuen Regelung soll nur eine Abstimmung über die Änderung des Promillesatzes sein; d.h. bei einer Abstimmung darüber, wieviel Promille ihres Inlands-Umsatzes Tiroler Betriebe als Tourismusabgabe zahlen, bleibt das alte System bestehen.

„Bei den Abstimmungen über die Aufenthaltsabgabe sollen dafür nur die Vermieter – sie sind ja auch als einzige davon betroffen – stimmberechtigt sein und das unabhängig von ihrer Größe, ob 200 Betten oder 2 Zimmer, mit jeweils einer Stimme“, fordert Josef Schett, „da es die kleinen Vermieter aufwertet!“ Dazu weiter: „Bürgermeister sollen außerdem nicht mehr Kraft ihres Amtes Vertreter der Gemeinde im Tourismusverband sein, sondern ein vom Gemeinderat gewähltes Mitglied mit der größten touristischen Erfahrung. Bei der Wichtigkeit dieses Wirtschaftszweiges für Tirol und unseren Bezirk braucht es in allen Gremien, sei es in den Gemeinden oder Regionalausschüssen, kompetente und mit viel Vorwissen ausgestattete Vertreter und darüber hinaus einen eigenen Landesrat für Tourismus.“

Auch für ein höheres Marketingbudget für die Osttirol Werbung bietet der Osttiroler Landtagsabgeordnete eine Lösung an: „Jährlich werden vom Land Tirol/Tirol Werbung circa 300.000 Euro für Marketing nach mehrmaligen Bitten (keine gesetzliche Regelung) nach Osttirol überwiesen. Bei einer objektiven Berechnung müsste der Betrag aber 2,5mal so hoch sein. Die Rechnung dazu: Für die Bewerbung der 40 Millionen Nächtigungen in Gesamttirol erhält die Tirol Werbung 15 Millionen Euro. Osttirol erreicht 5 Prozent dieser Nächtigungen. Folgerichtig müssten dann auch 5 Prozent der Geldsumme, also 750.000 Euro in den Bezirk Lienz überwiesen werden. Damit gibt es auch Planungssicherheit fürs Marketingbudget.“

Text: J. Hilgartner, Foto: Osttirol heute

 

02. Mai 2014 um