Hoher Mitteleinsatz gegen den Feuerbrand in Tirol
Der Feuerbrand tritt heuer in Tirol wegen der Wetterkapriolen verstärkt auf – das Land Tirol hat in den letzten 14 Jahren rund 1,3 Mio. Euro in die Bekämpfung der Krankheit investiert.
Der Feuerbrand ist die gefährlichste Krankheit des Kernobstes, in Tirol ist die Pflanzenkrankheit zum ersten Mal im Jahre 1998 aufgetreten. Aufgrund der vorherrschenden Wetterkapriolen sind Obstbäume heuer wieder vermehrt befallen. Die Befallsmeldungen betreffen hauptsächlich die Apfel- und Birnenbäume im Streu- bzw. Siedlerobstbau. Die Krankheit führt zum Welken und Absterben von Blättern und Blüten, in weiterer Folge können auch Triebe und der Stamm absterben. „Das Land Tirol hat in den vergangenen Jahren rund 1,3 Mio. Euro in die Feuerbrandbekämpfung investiert“, berichtet Landwirtschaftslandesrat LHStv. Anton Steixner. Bisher mussten mehr als 60 000 Obstbäume gerodet und weitere zehntausend mit geringem Feuerbrand-Befall zurückgeschnitten werden. Auch zahlreiche Wild- und Zierpflanzen wurden ebenfalls beseitigt.
In den letzten Jahren hat das Land ein eigenes Bekämpfungssystem gegen die Bakterienkrankheit entwickelt. In allen Gemeinden Tirols gibt es einen eigenen Feuerbrand-Beauftragten, der Betroffenen als erste Anlaufstelle zur Verfügung steht. Das Land übernimmt parallel dazu die zentrale Organisation und Koordination der Feuerbrand-Bekämpfung, schult die Beauftragten der Gemeinden und kauft Desinfektionsmittel und Schnelltests zur Diagnose von Feuerbrand an. „Wer den Verdacht hat, dass Bäume mit Feuerbrand infiziert sind, soll sich umgehend an die jeweilige Gemeinde wenden“, appelliert Steixner, die in Tirol geltende Melde- und Bekämpfungspflicht bei Feuerbrand unbedingt einzuhalten. Der Feuerbrand-Beauftragte überprüft dann, ob Bäume tatsächlich befallen sind, nötigenfalls auch unter Zuhilfenahme eines Experten. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wird gemeinsam die Art der Bekämpfung festgelegt. Für Menschen ist der Feuerbrand-Erreger übrigens völlig ungefährlich.
Text: Raimund Mühlburger, Bild: Land Tirol, Landwirtschaftskammer NÖ
