Hochwasserschutz-Projekt am Fuße der Burg Heinfels

Nach dreijähriger Bauzeit konnte der erste Bauabschnitt des Hochwasserschutz-Projektes am Unterlauf des Villgratenbachs fertig gestellt werden.

Das 3,26 Millionen Euro teure Schutzprojekt wurde vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, dem Land Tirol und den Gemeinden Heinfels und Sillian gemeinsam finanziert und umgesetzt. „47,5 Hektar im Ortsgebiet von Heinfels sind nunmehr nach menschlichem Ermessen hochwassersicher“, freute sich Tirols LH-Stv. Josef Geisler am 13.4.2018 anlässlich der Feier zur Fertigstellung des ersten Bauabschnitts am Villgratenbach. „Die Osttiroler Gemeinden sind sich“, so der Landespolitiker, „der Hochwassergefahr und ihrer Verantwortung für die Sicherheit der Bevölkerung bewusst.“ Nicht zuletzt deshalb seien die Hochwasserschutzprojekte am Villgratenbach und an der Drau mit einem Investitionsvolumen von mehr als 20 Millionen Euro die größten laufenden Bauvorhaben der Schutzwasserwirtschaft in Tirol.

In Osttirol sind derzeit 764 Hektar Fläche in den Gefahrenzonenplänen für den Flussbau als rote und gelbe Zonen ausgewiesen. Seit 2005 wurden mehr als 30 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert, um eine größtmögliche Sicherheit vor Naturgefahren zu gewährleisten.

 

 

Panzendorf geschützt

Seine Freude über die neu gewonnene Sicherheit bekundete der Heinfelser Bürgermeister Georg Hofmann: „Der überarbeitete Gefahrenzonenplan für den Villgratenbach hat gezeigt, dass der Hochwasserschutz trotz Regulierungsmaßnahmen in den 1970er-Jahren nicht mehr gewährleistet war. Panzendorf wäre bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis unter Wasser gestanden. Jetzt haben wir einen verlässlichen Schutz und ein attraktives Freizeit- und Naherholungsgebiet im Bereich der Einmündung in die Drau.“ Die Gemeinde hat im Zuge des Schutzprojektes auch Verkehrswege verbessert, einen modernen Fußgängerübergang sowie Rastplätze errichtet.

Vielzahl von Maßnahmen

Knapp 22.000 Arbeitsstunden, 12.000 Tonnen Wasserbau- und Mauersteine, viel Beton, Stahl und Erdbewegungen waren notwendig, um die Hochwassersicherheit herzustellen. „Ziel war es, die Abflusskapazität zu erhöhen und damit Überflutungen (inklusive jene eines 100-jährlichen Hochwasserereignisses) zu verhindern“, erläuterte Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes Lienz, welches das Projekt im Auftrag der Gemeinden Heinfels und Sillian realisierte. Wie auch die Drau wurde der Villgratenbach von der Mündung bis zur historischen Pun-Brücke um bis zu einen Meter tiefer gelegt. Außerdem errichtete man auf einer Länge von 500 Metern massive Uferschutzmauern, stabilisierte auf der orografisch rechten Bachseite die bestehenden Uferböschungen und hob die Ufer oberhalb der Pun-Brücke teilweise an. Im Zuge des Hochwasserschutzes wurden auch die Passierbarkeit für Fische verbessert und die Uferbereiche fachgerecht und artenreich bepflanzt.

Zweiter Abschnitt startet im Herbst

Im Herbst 2018 sollen die Arbeiten zum zweiten Bauabschnitt am Villgratenbach starten. Herzstück von BA II. wird eine massive Geschiebesperre beim TIWAG-Krafthaus am Schluchtausgang des Villgratenbachs sein. Die Landesstraße muss angehoben und eine neue Brücke errichtet werden. Linksseitig wird das Ufer durch Dämme und Mauern auf einer Länge von einem halben Kilometer angehoben. Die Kosten für diesen Bauabschnitt werden mit 4,6 Millionen Euro beziffert.

 

Text: Redaktion, Fotos: Land Tirol/Entstrasser