Hochwasserrisiko-Plan veröffentlicht

In Tirol gibt es entlang von 370 Fluss- und Bachkilometern Hochwassergefahr, in Osttirol geht besonders von Isel, Drau, Schwarzach, Gail,  Villgraten- und Debantbach Gefahr aus.

Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat vor kurzem den ersten nationalen Hochwasserrisiko-Managementplan veröffentlicht. Dieser definiert Ziele und Maßnahmen zur Reduktion des Hochwasserrisikos. „Der Schutz vor Naturgefahren hat in einem alpinen Land wie Österreich höchste Priorität. Mit dem neuen Plan haben wir eine klare Strategie, wie wir die Menschen und ihr Hab und Gut schützen können“, erklärt dazu Bundesminister DI Andrä Rupprechter.

In ganz Österreich wurden Risikobewertungen durchgeführt. In Tirol gibt es 96 Gebiete mit „potenziell signifikantem Hochwasserrisiko“, die sich über 370 Fluss- und Bachkilometer erstrecken. Über 57.000 Personen und 8.500 Hektar Fläche sind in Tirol potenziell von einem Hochwasser mittlerer Wahrscheinlichkeit – also einem statistisch alle 100 Jahre eintretenden Ereignis – betroffen.

 

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Der nationale Hochwasserrisiko-Managementplan sieht fünf Handlungsfelder – Vorsorge, Schutz, Bewusstsein, Vorbereitung und Nachsorge – und 22 Maßnahmen vor. Große Bedeutung wird der Erhaltung der natürlichen Überflutungsflächen beigemessen.

In Tirol liegen für drei Viertel der ausgewiesenen Risikogebiete Gefahrenzonenpläne des Wasserbaus  bzw. der Wildbach- und Lawinenverbauung vor. Bis 2021 sollen diese flächendeckend vorhanden sein. „Wir sind auf mögliche Hochwasserereignisse in Tirol bestens vorbereitet und verfügen über ausgefeilte Prognosemodelle sowie über entsprechende Katastrophenschutzpläne. Die Behörden und Einsatzorganisationen wissen, was im Ernstfall zu tun ist“, so der in Tirol für Zivil- und Katastrophenschutz zuständige LH-Stv. ÖR Josef Geisler. Tirol sei in der Lage, im Falle von Hochwasserereignissen den Geschädigten rasch zu helfen und beschädigte Infrastruktur schnell wieder herzustellen.

 

Text: Raimund Mühlburger, Foto: Brunner Images

12. April 2016 um