Grünes Licht für Universitätsstadt Lienz

Heute ist in Innsbruck ein für Osttirol wichtiger Grundsatzbeschluss der Landesregierung erfolgt: Ab 2016/17 gibt es in Lienz ein 6-semestriges Studium mit Bachelor-Abschluss.

Im Wintersemester 2016/17 startet der erste Bachelor-Studiengang Mechatronik in Lienz, der es jungen Menschen aus der Region ermöglicht, vor Ort eine hochqualifizierte weiterführende Ausbildung zu absolvieren. Dafür will das Land Tirol jährlich rund 1,3 Millionen in das dezentrale Studienangebot investieren. „Wir haben heute den entsprechenden Beschluss gefasst, damit die Arbeit der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und der UMIT zur Implementierung beginnen kann“, erklärt dazu LH Günther Platter. 25 bis 30 Studienplätze soll es zum Start des regionalen Studienlehrgangs geben, für den man sich reges Interesse erwartet. Das Studium soll als sechssemestriges Vollzeitstudium in Lienz mit ausgewählten Blockveranstaltungen in Innsbruck und Hall angeboten werden. Neben Einheiten mit Anwesenheitspflicht soll es auch eLearning-Einheiten geben. Als eine der Grundlagen der Bildungsinitiative gilt die enge Kooperation mit den Osttiroler Technologiebetrieben, der HTL für Mechatronik in Lienz und vor allem auch die Einbettung des Studienganges in das bestehende Bachelor-Studium Mechatronik der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und der UMIT in Hall. Nach dem grünen Licht folgt nun die interne Beschlussfassung an den beteiligten Universitäten. Wenn alle akademischen Gremien zugestimmt haben, kann die Detailplanung beginnen.

blanikspoe-muehlburger

Aus Osttirol gibt es erste Reaktionen von Seiten der Politik und der Wirtschaft. LA Bgm. DI Elisabeth Blanik (SP) begrüßt in einer Aussendung das Projekt als richtiges Signal. „Es freut mich als Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete außerordentlich, dass es künftig in Lienz ein Bachelor-Studium Mechatronik geben wird.“ Mit dieser Initiative werde aus ihrer Sicht ein dringend notwendiger Impuls gegen die Abwanderungstendenzen im Bezirk gesetzt. Wichtig sei es auch, dass es sich dabei um eine nachhaltige und wirklich langfristige sowie verortete Bildungseinrichtung handle. „Die Vielfalt und die Potenziale unserer Gebiete liegen auf der Hand, allerdings müssen rechtzeitig Impulse gesetzt werden, die den ländlichen Regionen die Chance einräumen, sich zu positionieren. Wir stehen vor immer größer werdenden demografischen Herausforderungen. Bevölkerungsalterung und -schwund haben gravierende Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt, den Arbeitsmarkt und die Wirtschaftsleistung“, beschreibt die Abgeordnete den Trend in den peripheren Gebieten. „Demnach ist die Freude über diesen Erfolg im Bezirk Lienz auch sehr groß“, so Elisabeth Blanik.

kuenzhermann1cmuehlburger

Als einen „Quantensprung für den Ausbildungs- und Technologiestandort Osttirol“ bezeichnet der VP-Abgeordnete DI Hermann Kuenz den heute gefassten Regierungsbeschluss. „Diese neue universitäre Ausbildung ist ein Meilenstein für die heimische Wirtschaft und ein weiterer wichtiger Schritt im Rahmen der Technologieoffensive Osttirol“, ist Kuenz überzeugt. Der Politiker hebt auch das Engagement der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und der UMIT Hall hervor: „Die beiden Universitäten stehen voll und ganz hinter der zukünftigen wissenschaftlichen Ausbildung in Osttirol und zeigen damit auch, dass sie neuen, innovativen Ideen, die den Bezirken zugute kommen, offen gegenüberstehen.“

michaelaichnerwkobmann-bru1

„Ein guter Tag für Osttirol“, freut sich der Osttiroler WK-Obmann Michael Aichner über das „Ja“ des Landes Tirol zum neuen Bachelor-Studium. „Damit geht ein lang gehegter Wunsch der Osttiroler Wirtschaft in Erfüllung“, sagt Aichner, „und ist ein wichtiger Baustein in der Sicherung und Attraktivitätssteigerung unseres Standortes“. In Osttirol sind, so der WK-Bezirksobmann, viele sehr erfolgreiche Unternehmen im Stärkefeld Mechatronik aktiv. Zusammen beschäftigen sie mehr als 4.000 Mitarbeiter. Das Bildungsangebot umfasste bis dato eine Werkmeister- und Fachschule sowie die HTL für Mechatronik. „Wir arbeiten schon seit zwei Jahren an der Realisierung einer universitären Ausbildung und haben uns gemeinsam mit der Standortagentur, der HTL und unseren Unternehmen verschiedene Modelle im In- und Ausland angesehen“, so Aichner abschließend.

Text: J. Hilgartner, Fotos: Profer & Partner, Osttirol heute/R.M., Brunner Images

13. Januar 2015 um