Gemeinderat sagte „Servus“ zu Servus TV

Der Lienzer Gemeinderat tagte am 3.6. in der Liebburg. Auf der Tagesordnung standen u.a. die Themen Dolomitenmann, Hauptplatz Neu und der Besuch aus Jackson Hole.

Mit 29.000 Euro unterstützt die Stadtgemeinde Lienz den sportlichen Top-Event „Dolomitenmann“ auch in diesem Jahr. Dazu fasste der Gemeinderat am 3.6. einen einstimmigen Beschluss. Klar abgelehnt wurde hingegen eine Anfrage, die Direktübertragung des Bewerbes durch Servus TV mit 20.000 Euro zu sponsern. Vize-Bürgermeister Meinhard Pargger etwa meinte, dass die Finanzierung des TV-Senders nicht Aufgabe der Stadt sei. LSL-Mandatar Uwe Ladstädter drückte dies lapidar mit den Worten: „Den Dolomitenmann unterstützen wir gerne, Servus TV – nein danke, servus“ aus. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik hob hervor, dass derartige Wünsche zwar verständlich seien, aber die Sachleistungen, die die Stadt Lienz und zusätzlich hunderte Freiwillige im Rahmen des Dolomitenmannes erbringen, nicht zu vergessen sein.

Der Paragleiter übergibt am Fußballplatz in Leisach heuer erstmals an den Wildwasserkanuten.

Der Paragleiter übergibt am Fußballplatz in Leisach heuer erstmals an den Wildwasserkanuten.

Ein weiterer Punkt der Tagesordnung galt dem bevorstehenden Besuch einer Delegation aus Jackson Hole, für die man ein umfangreiches Programm (u.a. mit Besuch von Schloss Bruck, der Brauerei Falkenstein, der Wallfahrtskirche in Obermauern oder des Ateliers von Jos Pirkner) vorbereitet hat. Vier Mal reiste bislang eine Delegation aus Jackson Hole bzw. aus Lienz über den Atlantik, um die Städtepartnerschaft zu pflegen. Am Montag, 9.6., werden 13 Personen aus Wyoming mit Mayor Mark Barron an der Spitze in der Osttiroler Bezirkshauptstadt eintreffen. Auftakt der Kooperation mit der Partnerstadt aus den USA war das Jahr 1986.

Der Neugestaltung des Lienzer Hauptplatzes widmete sich schließlich eine Präsentation durch den Leiter des Stadtmarketing Lienz, Oskar Januschke, der nach eigenen Angaben keinen „End-, sondern einen Zwischenbericht“ ablieferte. Januschke möchte nach dem Erfolgsmuster der „Oberen Altstadt“ und der „Messinggasse“ auch die Grundlagen für einen „Hauptplatz Neu“ schaffen. Seit drei Jahren beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe „Hauptplatz“ mit dem Projekt, 19 Arbeitssitzungen und ein Workshop wurden seitdem abgehalten. Fragen, die zu klären bzw. einer Lösung zuzuführen wären, sind u.a. die Verkehrsregelung, eine eventuelle Ganzjahresfußgängerzone, Vereinbarungen mit der ansässigen Gastronomie, die Ausweitung des Hauptplatzes bis zum Bahnhof, die Einteilung in Zonen etc.

Unfinanzierbar ist derzeit nach Ansicht aller im Gemeinderat vertretenen Fraktionen eine Komplettsanierung des Platzes. Während sich die Bürgermeisterin für einen Stufenplan zur schrittweisen modularen und damit finanzierbaren Erneuerung aussprach, brachte GR Andreas Hofer eine „Verfeinerung“ durch einige wenige Maßnahmen, etwa die Aufstellung eines Jos Pirkner-Brunnens, in die Diskussion ein. Einig war man sich hinsichtlich der Forderung, dass die Unternehmen am Hauptplatz – analog zu jenen anderer Innenstadt-Straßenzüge – mitzahlen müssten. Bgm. Elisabeth Blanik hielt fest, dass es ohne Mitfinanzierung keine Neugestaltung geben werde. Sie glaubt, dass es aber in letzter Konsequenz einer politischen Entscheidung bedürfen wird.

Für Osttirol heute war Jasmin Veider bei der Gemeinderatsitzung am 3.6.2014 mit dabei.

Fotos: Journal, Brunner Images

04. Juni 2014 um