Gemeinderat für Sanierung des Dolomitenbades

Eine mehrstündige Diskussion gab es am 5. Feber 2013 im Lienzer Gemeinderat darüber, ob das Dolomitenbad saniert oder neu errichtet werden soll – Sanierung beschlossen.

„Alle bisherigen Konzepte sind wichtig. Wir haben irrsinnig viel Wissen rund um das Dolomitenbad angesammelt. Nun sollten wir endlich Nägel mit Köpfen machen. Ein Neubau mit 18 Mio. Euro Gesamtkosten überfordert das Budget der Stadt bei weitem“, leitete Bgm. DI Elisabeth Blanik (SPÖ) den Tagesordnungspunkt „Dolomitenbad Lienz – weitere Vorgangsweise und Vergabe von Aufträgen“ bei der GR-Sitzung am Dienstag, 5. Feber 2013, ein. Grundsätzlich ging es um die Entscheidung, ob das Dolomitenbad neu gebaut oder saniert werden soll.

Bgm. DI Elisabeth Blanik: „Es ist unrealistisch, dass die Stadt Lienz mehr als zehn Millionen Euro für das Dolomitenbad aufbringen kann.“

Architekt DI Hans Peter Machné hatte errechnet, dass eine Sanierung um rund drei Millionen Euro günstiger komme als ein Neubau des Bades. Auch ein Gutachten von Architekt DI Hagen Pohl bestätigt dies. Stadtrat Christian Zanon (ÖVP), der Obmann des Ende 2009 aufgelösten Bad-Ausschusses war, sieht das gegensätzlich. „Das statische Gutachten besagt, dass sehr viele Teile nicht mehr zu verwenden sind. Wir sind damals im Ausschuss zum Schluss gekommen, dass sich eine Sanierung nicht auszahlt.“

„Wir können uns vorstellen, das Konzept von DI Machné mitzutragen, der für die Stadt verbleibende Anteil von rund 10 Mio. Euro muss aber durch zusätzliche Fördermittel – beispielsweise des Bundes – sinken“, so Vize-Bgm. Meinhard Pargger (ÖVP). Auch mit dem TVBO, der Osttirol Invest und den Planungsverbänden sollte wegen Beiträgen für das Dolomitenbad wieder in Kontakt getreten werden, schlug Pargger vor. Außerdem werde die ÖVP-Fraktion einen Antrag stellen, auch eine Kletterhalle mit Kosten von rund 1,5 Mio. Euro mitzuplanen.

„Ich finde es verantwortungslos, jetzt schon wieder zusätzliche Posten wie die Kletterhalle einzuplanen, obwohl uns für wichtige Aufgaben der Gemeinde – wie die dringende Sanierung der Schulen oder die Neugestaltung des Hauptplatzes – das Geld fehlt“, erwiderte darauf Bürgermeisterin Blanik. GR ÖR Josef Blasisker (FPÖ) sprach sich eher für einen Neubau aus. „Neun von zehn Bauherren, die ein Haus saniert haben, sagen im Nachhinein, ich würde jetzt neu bauen. Man kann ja auch bei einem Neubau einen Kostenrahmen vorgeben“, so Blasisker. „Wir brauchen endlich eine Prioritätenliste für dringende Maßnahmen in der Stadt. Ob Neubau oder Sanierung des Dolomitenbades, für viele andere wichtige Investitionen fehlt jedenfalls das Geld“, so GR Uwe Ladstädter (LSL).

Vize-Bgm. Meinhard Pargger: „Wir müssen unbedingt an verschiedene Türen klopfen, um zusätzliche Fördergelder für das Dolomitenbad zu lukrieren.“

„Wir haben uns jetzt sieben Jahre im Kreis gedreht und sollten jetzt endlich einen Beschluss fassen“, schlug Christian Zanon nach langer Diskussion vor. Blanik wollte die Entscheidung, eine Kletterhalle mitzuplanen, auf die nächste GR-Sitzung im März verschieben. Nach einer Pause wurden die Beschlüsse gefasst. Die Abstimmung über Neubau oder Sanierung des Dolomitenbades fiel mit einer Gegenstimme von Josef Blasisker für die Sanierung aus. Die Vergabe des Sanierungskonzeptes inklusive Kostenrahmenerstellung in Höhe von rund 69.000 Euro an das Architekturbüro Machné fand die Zustimmung des Gemeinderates bei einer Stimmenthaltung von Blasisker. Vize-Bgm. Pargger stellte den Zusatzantrag, eine Kletterhalle mitzuplanen. Dieser Antrag wurde mit den elf Stimmen der ÖVP-Fraktion (SPÖ und LSL dagegen, FPÖ Stimmenthaltung) angenommen. Außerdem wurde die Erarbeitung verschiedener begleitender Maßnahmen – wie Vermessung des Bestandes, Statik, thermische Gebäudesimulation etc. – beschlossen. Die Vorbereitung der Totalunternehmer-Ausschreibung wurde mit einer Mehrheit von zwölf Stimmen von der Tagesordnung genommen.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Journal/L. Sulzenbacher, Brunner Images, VP Tirol

06. Februar 2013 um