Gaimberg: Minister Totschnig machte sich Bild von Baustelle am Grafenbach

Am Grafenbach soll ein 62 Meter breiter Schutzbau entstehen. Bis 2031 werden rund 6,3 Millionen Euro in Verbauungs- und Schutzmaßnahmen in diesem Bereich investiert.

Im Frühjahr und Sommer 2021 kam es am Grafenbach in Gaimberg zu Großrutschungen, die im dortigen Hangbereich zu beträchtlichen Waldschäden geführt haben. Aufgrund der großen Bewegungsraten wurden auch Schutzbauwerke beschädigt. Die Wildbach- und Lawinenverbauung begann ein neues Projekt, um die Bevölkerung noch besser schützen zu können. Bundesminister Norbert Totschnig machte sich vor kurzem gemeinsam mit Bürgermeister Bernhard Webhofer und Vertretern der Wildbach- und Lawinenverbauung ein Bild von der Baustelle.

„Unser Ziel ist, für noch mehr Sicherheit in der Region zu sorgen. Mit den geplanten Schutzbauten können wir die in Lienz und Gaimberg lebende Bevölkerung, die Infrastruktur und Gebäude sowie die Landesstraße künftig noch besser vor Murgängen des Grafenbaches schützen“, erklärte der aus Tristach stammende Landwirtschaftsminister.

 

Hanspeter Pussnig von der Wildbach- und Lawinenverbauung erklärt Minister Norbert Totschnig Details des Verbauungsprojektes.

 

„Der Grafenbach ist eigentlich ein unscheinbares Gewässer, doch bei Unwettern oder beim Eindringen größerer Mengen an Oberflächenwasser kann er auch anders. Das stellt ein Gefährdungspotenzial vor allem für die darunter liegenden Gemeinde Gaimberg sowie die Stadt Lienz dar“, so der Gaimberger Bgm. Bernhard Webhofer. Seit 1982 wird der Bach verbaut. Seitdem wurden 17 Murenabgänge verzeichnet, wie auch zahlreiche kleinere Ereignisse. „Nun soll dieser Wildbach mit einem 62 Meter breiten Schutzbau versehen werden. Bund, Land sowie Gemeinden werden gesamt 6,3 Millionen Euro für das Projekt aufbringen“, so Webhofer.

 

 

Nach der Großrutschung 2021 wurden seitens der Wildbach- und Lawinenverbauung sofort rasche Erstmaßnahmen in Form von Wasserableitungen, Wildholzräumungen und Errichtung von Zufahrtswegen veranlasst. Außerdem wurde ein spezielles Warn- und Alarmsystems zur Früherkennung und generellen Abschätzung der Rutschungsaktivitäten eingerichtet. Das neue Bauprojekt sieht neben den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen an den bestehenden Bauwerken auch zusätzliche wasserableitenden Maßnahmen und die Neuanlage einer Geschiebedosieranlage vor. Auch soll kurzfristig die Bewegungsraten der Bacheinhänge reduziert und durch diese umfangreichen Maßnahmen eine langfristige Stabilisierung der gesamten Massenbewegung erreicht werden.

Der Umsetzungszeitraum dieses Schutzprojekts wurde von 2022 bis 2031 angesetzt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 6,3 Mio. Euro. Das erste Detailprojekt mit den prioritären Maßnahmen wurde im Frühjahr 2022 gestartet. Die hierfür erforderlichen finanziellen Mittel stellen der Bund (58 %), das Land Tirol (19 %), die Landesstraßen Tirol (2 %), die Stadtgemeinde Lienz (14,5 %) sowie die Gemeinde Gaimberg (6,5 %) zur Verfügung.

 

Text: Redaktion, Fotos: BML/Paul Gruber

16. August 2022 um