Flugrettung in Tirol wird ausgeschrieben
Bei einem Runden Tisch im Tiroler Landhaus am Mittwoch, 5. Februar 2014, konnten sich die drei zuständigen Regierungsmitglieder nicht mit den Hubschrauberunternehmen einigen.
Derzeit gibt es in Tirol neun ganzjährige und sechs saisonal genehmigte Hubschrauber-Stützpunkte. „Eine Studie aus dem Jahr 2010 sieht zur Sicherung der Versorgung sechs ganzjährige und dazu vier saisonale Standorte vor. Das Land wird eine neuerliche Bedarfserhebung durchführen“, kündigte der für das Rettungswesen zuständige LR DI Dr. Bernhard Tilg im Anschluss an einen Runden Tisch an, an dem neben ihm die beiden LH-Stv. Josef Geisler (zuständig für die Leitstelle Tirol) und Mag. Ingrid Felipe (zuständig für das Luftfahrtrecht) sowie in der Flugrettung tätige Hubschrauberunternehmer teilnahmen.
Im Juli 2012 hat das Land Tirol mit sechs Hubschrauberunternehmen eine Tarif- und Abrechnungsvereinbarung für die Flugrettung in medizinischen Notfällen sowie bei Verkehrs- und sonstigen Unfällen getroffen. Diese gewährleistet, dass rückwirkend mit 1. Jänner 2012 Einsätze des Notarzthubschraubers im Bereich der Grundversorgung direkt mit dem Land bzw. der Sozialversicherung abgerechnet werden. „Da wir uns heute mit den Hubschrauberunternehmern nicht einigen konnten, den bisherigen gemeinsamen Weg weiter zu gehen und es nicht möglich war, eine Vereinbarung zu den bestehenden 15 Hubschraubersystemen als Obergrenze ergänzend zur bestehenden Verrechnungsvereinbarung zu erwirken, wird das Land Tirol die Flugrettung gesetzlich verankern und ausschreiben“, teilte Tilg das Ergebnis der Sitzung mit.
Das Bild von im Zillertal kreisenden Hubschraubern, die auf verletzte SkifahrerInnen warten, beschädige auch den Ruf des Landes, meinte Josef Geisler. „Das Land muss mit der Ausschreibung regulierend eingreifen, weil bei der Flugrettung für Notfälle nicht die Mechanismen eines sich kapitalisierenden Marktes gelten dürfen“, erklärte Ingrid Felipe. Bernhard Tilg betonte abschließend, dass die bestehende Vereinbarung über die Grundversorgung bis 31. Dezember 2015 gesichert und Ausschreibung und Auftragsvergabe für die Flugrettung in Tirol bis zu diesem Zeitpunkt sicher abgeschlossen seien.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Land Tirol/Schwarz