Flächenermittlungssystem Neu ist gefragt

LK-Präsident Josef Hechenberger und LK-Bezirkskammerobmann-Stv. Martin Mayerl nahmen zu aktuellen Entwicklungen der Tiroler Landwirtschaft Stellung.

„Um der kleinstrukturierten Berglandwirtschaft in Tirol Wirtschaftlichkeit zu ermöglichen, sind die Umstellung vom historischen Modell zum Regionalmodell, die Schaffung von ausreichend Investitionsmöglichkeiten für bäuerliche Betriebe sowie die Umsetzung der GAP-Reform (Gemeinsame Agrarpolitik) mit einem Ausgleich für Bio-Betriebe und jene für benachteiligte Zonen Voraussetzung!“ Das stellt LK-Präsident Josef Hechenberger bei seinem Besuch in Lienz im Rahmen seiner Tirol-Tour klar.

Landtagsabgeordneter und Bezirkskammerobmann-Stv. Martin Mayerl kennt die Situation in Osttirol: „Rund 75 Prozent der Tiroler Betriebe werden im Nebenerwerb geführt und 15,3 Prozent im Haupterwerb. Die landwirtschaftlichen Haupteinnahmen in Osttirol werden aus der Milchwirtschaft, Fleischproduktion und Viehzucht erzielt.“ Eine Besserstellung von Betrieben in Erschwerniszonen sichere materielle Sicherheit, hohen Gestaltungsspielraum und Lebensqualität. Hier könne die Tiroler Landwirtschaft von den Direktzahlungen in der „Säule 1“ profitieren, so Mayerl.

In Zusammenhang mit der Almreferenzflächenfeststellung werden momentan hunderte Berufungen für die Antragssteller erstellt. Die Einsprüche werden jetzt von der AMA begutachtet, die Entscheidungen fallen pro Einspruch, worauf man gerade warte: „Für die Zukunft benötigt es jedenfalls ein neues, stichhaltiges und nachvollziehbares Flächenermittlungssystem, das den Bauernfamilien Rechtssicherheit gibt“, so Hechenberger, „Ansonsten ist die zukünftige Almbewirtschaftung ungewiss!“

Viehzucht und -vermarktung stellen die starken Standbeine der Osttiroler Landwirtschaft dar. Vor allem auch für die südlichen Bundesländer sei das Vermarktungszentrum Lienz somit von zentraler Bedeutung, so die Landwirtschaftskammer-Spitze. Die RGO-Viehverwertung habe 2013 über 25 000 Stück Nutzvieh aus der Region bei sieben Zuchtrinderversteigerungen, sieben Einstellerversteigerungen und zwei Zuchtschafversteigerungen zum Verkauf gebracht und damit einen Jahresumsatz von mehr als 8,2 Mio. Euro netto erzielt. Die Vermarktungsorganisation der Raiffeisengenossenschaft Osttirol ist eigenständiges Mitglied der ARGE Rind und der österreichischen Schaf- und Ziegen-Börse. Im Vorjahr verkaufte zudem die Firma Passler in Assling rund 3 000 Rinder und 6 000 Schafe.

Text: Judith Goritschnig, Foto: LK Tirol/Schießling

08. März 2014 um