Euregio: Flüchtlingskrise und Verkehr im Fokus
Das Sektorale Fahrverbot, die Flüchtlingsfrage und das EVTZ-Budget standen im Mittelpunkt der Euregio-Vorstandssitzung am 30. März 2016 in San Michele an der Etsch.
Die elfte Vorstandssitzung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino fand am Mittwoch, 30. März 2016, in San Michele an der Etsch im Trentino statt. Im Anschluss präsentierten die drei Landeshauptleute Arno Kompatscher (Südtirol), Günther Platter (Tirol) und Ugo Rossi (Trentino) Ergebnisse und gaben einen Ausblick auf Projekte im heurigen Jahr.
Ein wesentlicher Inhalt der Sitzung war das Sektorale Fahrverbot. Kompatscher und Rossi sicherten dem Land Tirol Unterstützung bei seinen Bemühungen zu, das Sektorale Fahrverbot auf der A12 Inntal-Autobahn wieder einzuführen, durch das der Transport verschiedener Güter im Fernverkehr verboten wird. „Diese Unterstützung ist wesentlich für die Aufmerksamkeit in Brüssel. Immerhin stehen alle drei Regionen vor den gleichen Herausforderungen, was den Verkehr im sensiblen Alpenraum betrifft“, betonte Günther Platter. Der Schwerverkehr müsse weiter von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Dies könne allerdings nur durch ein Maßnahmenbündel entlang des Brenner-Korridors umgesetzt werden.

Zur Flüchtlingsfrage habe es einen allgemeinen Austausch gegeben, berichteten die drei Landeshauptleute. „Es ist bei schweren Herausforderungen äußerst wichtig, dass wir – gerade auch bei unterschiedlichen Standpunkten – eine gemeinsame Linie haben“, hielt der Tiroler Landeshauptmann fest.
Mit einem Jahresbudget von 2,5 Mio. Euro wickelt der Europäische Verbund für Territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) 2016 insgesamt 55 Projekte ab. Dazu gehören der grenzüberschreitende Euregio-Familypass oder das erste Euregio-Music-Camp, das im Juli in Südtirol stattfindet. Besondere Aufmerksamkeit wollen die Landeshauptleute künftig auf die europäische Plattform EUSALP legen, in deren Rahmen der Europaregion speziell in den Bereichen Mobilität, Energie und Bildung eine Schlüsselrolle zukommt. „Die EUSALP ist uns ein großes Anliegen. Heute haben wir das formelle Angebot an die EU und die Alpenländer gerichtet, den Servicepoint im gemeinsamen Tirol-Haus in Brüssel einzurichten“, erklärte Günther Platter dazu.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Presseamt Land Trentino
