Gemeinderatswahlkampf in Lienz nimmt an Fahrt auf

Am 19.1. informierten Bgm. Elisabeth Blank und Siegfried Schatz (SPÖ) zum Thema „Neues Eisstadion“. Die Stadt-ÖVP sprach von reiner „Ankündigungspolitik”.

Dass in Kürze GR-Wahlen anstehen, wurde nicht nur im Rahmen des Pressegespräches der beiden SPÖ-Kommunalpolitiker Blanik und Schatz deutlich, sondern zeigte sich auch in der raschen Reaktion von Seiten der Liste „Zusammen für Lienz – ÖVP und Unabhängige“. „Es ist Wahlkampf und Eislaufen in Lienz eines der Themen“, ließ Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, die gemeinsam mit Siegfried Schatz Vorstellungen und Pläne der SP-Fraktion präsentierte, einleitend wissen. Der SP-Vizebürgermeister und Sportausschuss-Obmann blickte in die Geschichte des Eislaufsportes in der Osttiroler Bezirkshauptstadt zurück, in der schon in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts ein Eislaufplatz bestand. Schon damals habe es, so Schatz, Probleme u.a. mit der Eissicherheit (Natureis) und der Stromversorgung gegeben. Konkrete Überlegungen, auf Kunsteis zu setzen, kamen 1993 auf, scheiterten aber an den hohen Kosten. Vier Jahre später wurde dann aber doch gebaut – und die Kunsteisbahn im Jahre 1998 ihrer Bestimmung übergeben. In der Folgezeit kamen stationäre Tribünen hinzu, 2012 musste die 1.800 m² große Anlage mit einem Kostenaufwand von rund 100.000 Euro saniert werden. Damit waren die bestehenden Platzprobleme jedoch nicht gelöst, weshalb schon zu diesem Zeitpunkt über eine Verlegung des Stadions diskutiert wurde. 2014 misslang ein dahingehender Anlauf, 2019 wurde erneut saniert.

 

Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und Sportausschuss-Obmann Schatz informierten am 19.1. in Lienz in Sachen „Neues Eisstadion“.

 

Die Sinnhaftigkeit der Verlegung des Eislaufplatzes in die unmittelbare Nähe von Tennishalle und Dolomitenstadion stehe, so Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, nicht erst heute außer Frage. Bereits 2019 sei man sich darüber im Klaren gewesen. Gleichlaufend damit gab es auch Erhebungen, wie das „alte“ Areal verwertet werden könne. Eine Besichtigung der Spittaler Eishalle fand noch statt, dann wurden alle weiteren Vorleistungen für eine konkrete Projektausarbeitung durch die Pandemie gestoppt. Nun soll es einen neuen Anlauf geben, die Projektierung wolle man, so Elisabeth Blanik, im nächsten Jahr angehen. Noch nicht geklärt ist die Frage, ob eine Halle, eine Freifläche oder eine Kombination (Halle für Eishockey und Freifläche für Publikumslauf) realisiert wird. Verhandlungen zu den erforderlichen Grundflächen laufen, eine Verwertungsstudie zur Bebauung des Areals am Bründlanger soll die Basis dafür sein, potenziellen Kaufinteressenten den Erwerb des Areals schmackhaft zu machen. Da auch die Tennishalle sanierungsbedürftig ist, soll beides idealerweise im Rahmen eines Gesamtprojektes abgewickelt werden.

In einer wenige Stunden auf das Pressegespräch folgenden Aussendung kritisierte VP-Bürgermeisterkandidat Alexander Kröll die „Ankündigungspolitik“ Elisabeth Blaniks. Für ihn sei diese absolut unglaubwürdig. „Die Bürgermeisterin hatte jetzt sechs Jahre Zeit und hat beim Thema Sportstätten nicht nur nichts weitergebracht, sondern konkrete Vorschläge aktiv abgetan und verhindert.“ Er freue sich, so Kröll aber darüber, dass die Bürgermeisterin einen Vorschlag der ÖVP übernommen habe und eine Zusammenlegung der Lienzer Sportstätten befürworte. Für ihn sei klar, dass ein zeitgemäßes Sportzentrum für Lienz neben dem Neubau des Eislaufplatzes auch eine Kletterhalle beinhalte. Ebenfalls längst fällig seien die Sanierung und Modernisierung der Tennishalle. „Wir fordern die Bürgermeisterin auf, hierzu konkrete Bekenntnisse abzugeben”, so Alexander Kröll.

 

Text: J. Hilgartner, Fotos: Osttirol heute

20. Januar 2022 um