Dolomitenbad Neu: Ausschreibung beschlossen
Gerade so „durchgerutscht“ ist am Abend des 11.2. der Beschluss des Lienzer Gemeinderates zur Totalunternehmerausschreibung für den Um- und Zubau des Dolomitenbades.
Eine heftige Diskussion sowie eine Sitzungsunterbrechung begleiteten den letztendlich doch gelungenen Beschluss zur Totalunternehmerausschreibung zum Um- und Zubau des Dolomitenbades Lienz am Abend des 11. Februar in der Liebburg. Kurz vor dem eigentlich erwarteten einstimmigen Beschluss der Mandatare forderten die beiden VP-Vizebürgermeister Meinhard Pargger und Stephan Tagger die Aufnahme einer „optionalen“ Rutsche in die Planungen und somit in die Ausschreibung. „Die Rutsche ist ein Anliegen der Bevölkerung“, erläuterte Pargger den politischen Winkelzug seiner Fraktion.
Die von Architekt Hans Peter Machné errechnete Kostenschätzung von 14,4 Mio. Euro sehe keine Rutsche vor, mahnte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, die sich von der unerwarteten Forderung „not amused“ zeigte. Das für die Ausschreibung notwendige sogenannte „Raumbuch“ samt allen Planungsdetails, Indexsteigerung und Reserve müsse demnach umgeschrieben werden. Sogar die für das Projekt „Hallenbad NEU“ eigens installierte, überparteiliche Steuerungsgruppe habe sich gegen eine Rutsche, deren Kosten sich nach einem Angebot von Ende 2012 auf 580.000 bis 800.000 Euro belaufen würden, ausgesprochen.
Bürgermeisterin Elisabeth Blanik zeigte sich über die überraschend vorgebrachte Forderung der VP-Fraktion „not amused“.
Nach einer Sitzungsunterbrechung, in der sich die Bürgermeisterin mit den Vizebürgermeistern beriet, stimmten schließlich doch alle Mitglieder des Lienzer Gemeinderates für die europaweite Totalunternehmerausschreibung in ihrer ursprünglichen Form ohne Rutsche. Gemäß eines zusätzlichen Antrages der VP-Fraktion wurde allerdings die Erstellung eines weiteren Raumbuches mit Planungen und Kostenschätzungen inklusive Rutsche beschlossen, über welches in der nächsten Gemeinderatssitzung entschieden werden soll und welches dann die Totalunternehmerausschreibung als Variante ergänzen wird.
Einigkeit zeigte der Lienzer Gemeinderat hingegen beim Thema Finanzierung des Um- und Zubaues des Dolomitenbades. Eine schriftliche Zusage des Landes sichert der Stadtgemeinde 25 % der Gesamtkosten zu. Diese 3,3 Mio. Euro vom Land Tirol kommen aus Infrastrukturförderung und Gemeindeausgleichsfonds. Auch von Seiten des TVBO und Bundes hoffe man auf zusätzliche Fördermittel, so Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. Die Stadt beteiligt sich mit einem Darlehen von 10,7 Mio. Euro und rund einer halben Million Euro aus Eigenmitteln am infrastrukturell wichtigen Projekt.
Text: Judith Goritschnig, Fotos: Brunner Images
