Die Spitzenkandidaten in ihren Heimatgemeinden
Wir haben uns die Gemeinden, in denen NR-SpitzenkandidatInnen zu Hause sind, näher angeschaut. Was uns dabei und sonst noch aufgefallen ist, lesen Sie hier.
Die Spitzenkandidatin der Osttiroler ÖVP für die NR-Wahl war die Versicherungskauffrau Silke Steiner. Die gebürtige Matreierin lebt in Amlach, wo sie seit 2010 auch dem Gemeinderat angehört. In ihrer Heimatgemeinde konnte die ÖVP am vergangenen Sonntag 12,76% zulegen, das sind 23 Stimmen bei 190 gültigen. Amlach zählt mit 37,89% aber keineswegs zu den ÖVP-Hochburgen im Bezirk, diese sind traditionell im Oberland zu finden. In Obertilliach erreichten die Schwarzen 71,80%, in Innervillgraten 70,69% und in Kartitsch 64,76%. Auffällig ist, dass in der Marktgemeinde Matrei die ÖVP Einbußen in Höhe von 5,38% hinnehmen musste, die Freiheitlichen hingegen mit 12,17% auf 28,44% stark zulegten. Auch in der Matreier Nachbargemeinde Virgen kam die FPÖ mit 28,29% auf ein ähnlich gutes Ergebnis.
In St. Jakob i.Def. – der Heimatgemeinde von Spitzenkandidat und Bürgermeister LA Mag. Gerald Hauser – büßte die FPÖ 3,03% oder 26 Stimmen ein und kommt auf 32,37% der Stimmen. Stärkste Partei wurde in dieser Gemeinde wieder die ÖVP mit 44,42% der gültigen Stimmen. Stark verloren hat die FPÖ in der St. Jakober Nachbargemeinde St. Veit – nämlich 16,09% gegenüber der NR-Wahl 2008. In der Defregger Gemeinde St. Veit hat damit die FPÖ den größten Verlust österreichweit erlitten.
SPÖ-Spitzenkandidat Karl Zabernig konnte mit dem Team um LA Bgm. DI Elisabeth Blanik in der Bezirkshauptstadt Lienz den ersten Platz erobern.
SPÖ-Spitzenkandidat Karl Zabernig machte seine Partei erstmals bei NR-Wahlen in seiner Heimatstadt Lienz zur stärksten Partei. Die SPÖ hat in der Bezirkshauptstadt mit 26,35% und einem Zuwachs von 4,45% oder 108 Stimmen erstmals die ÖVP überholt, die 25,55% der Stimmen für sich verbuchen konnte. Lienz ist somit die einzige Gemeinde in Osttirol, wo eine andere Partei als die ÖVP stimmenstärkste Partei wurde. Ein starkes Ergebnis konnten die Osttiroler Sozialdemokraten auch in der Marktgemeinde Nußdorf-Debant einfahren. Sie erreichten hier 23,9% der Stimmen, nicht einmal drei Prozent weniger als die ÖVP (26,62%).
Der Spitzenkandidat der Grünen, Ing. Thomas Haidenberger, erreichte in seiner Heimatgemeinde Iselsberg-Stronach mit 7,78% für die Grünen etwas weniger als im Osttiroler Durchschnitt.
In der Heimatgemeinde von Spitzenkandidat Ing. Thomas Haidenberger, Iselsberg-Stronach, kamen die Grünen auf 7,78%, ein Zugewinn von 1,48% oder drei Stimmen. Das ist weniger, als die Grünen durchschnittlich im gesamten Bezirk erreichten (9,5%). In Iselsberg-Stronach fällt auf, dass die Liste „Frank“ 13,23% eroberte. Die Grünen – seit den Landtagswahlen im Frühjahr Koalitionspartner der ÖVP in der Tiroler Landesregierung – erreichten in der Gemeinde Thurn mit 14,11% ihr bestes Ergebnis in Osttirol, gefolgt von Lienz mit 13,75%, Nußdorf-Debant mit 12,46% und Tristach mit 11,69%. Die „Neos“ sind bei ihrem ersten Antreten vom Stand weg in den österreichischen Nationalrat eingezogen – in Osttirol erreichten sie 3,78% der Stimmen, am meisten in Gaimberg mit 6,47%, gefolgt von Iselsberg-Stronach (5,45%) und Lienz mit 5,43% der Stimmen.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: ÖVP Lienz, SPÖ Lienz, Sebastian Müller
